Das Warten hat ein Ende: Die K.o.-Phase der Weltmeisterschaft 2026 läuft. Im neu eingeführten Sechzehntelfinale sind die besten 32 Teams des Turniers unter sich. Am späten Montagabend deutscher Zeit trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Paraguay. Während die Truppe von Bundestrainer Julian Nagelsmann trotz des Gruppensieges mit interner Unruhe und vernehmbarer Kritik zu kämpfen hat, rechnet sich der krasse Außenseiter aus Südamerika im kompakten Kollektiv durchaus Außenseiterchancen aus.
Wer setzt sich durch und bucht das Ticket für das Achtelfinale, in dem aller Voraussicht nach Top-Favorit Frankreich (sofern sie sich keine Blamage gegen Schweden erlauben) wartet? Unser Chefredakteur Simon Schneider glaubt in seinem Wett-Tipp an Deutschland.
Die Ausgangslage vor Deutschland – Paraguay
Sportlich hielt sich der Schaden für die DFB-Auswahl am letzten Spieltag der Gruppenphase in engen Grenzen. Durch die Erfolge gegen Curaçao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1) stand der Gruppensieg in der Staffel E bereits vor dem Anpfiff fest. Die anschließende Niederlage gegen Ecuador im East Rutherford Stadion hinterließ dennoch tiefe emotionale und inhaltliche Kratzer.
Die Art und Weise, wie man nach einer frühen Führung das Heft des Handelns aus der Hand gab, wirft im deutschen Lager pünktlich zum Start der K.o.-Runde enorme Fragezeichen auf. Deutschland geht mit Wettquoten zwischen und zwar als unmissverständlicher Favorit in diese Begegnung, doch der psychologische Vorteil des unbeschwerten Durchmarschs ist dahin.
Paraguay reist mit völlig konträren Vorzeichen an. Die Mannschaft von Trainer Gustavo Alfaro qualifizierte sich als einer der besten Gruppendritten für diese Runde. Nach einem desaströsen Turnierauftakt und der herben Pleite gegen die USA (1:4) bewiesen die Südamerikaner enorme Nehmerqualitäten.
Es folgten ein heroischer, leidenschaftlicher 1:0-Erfolg gegen die Türkei – den man trotz einer kompletten Halbzeit in Unterzahl über die Zeit rettete – sowie ein torloses Remis im entscheidenden Gruppenspiel gegen Australien. Paraguay hat nichts zu verlieren, reist mit der sprichwörtlichen „Zweiten Luft“ an und wird die Rolle des unbequemen Stolpersteins mit Stolz annehmen.
Kader, Form und die Top-Stars in der Vorrunde
Deutschland: Formtief trotz hochkarätiger Namen
Im Zentrum der öffentlichen Kritik in Deutschland steht aktuell Julian Nagelsmann. Dem Bundestrainer wird vorgeworfen, durch seine taktischen Experimente und teils unglücklichen Wechsel in der zweiten Halbzeit gegen Ecuador – wie die Hereinnahme von Malick Thiaw für Kapitän Joshua Kimmich oder Pascal Groß für den spielfreudigen Florian Wirtz – den Spielfluss und den Rhythmus der eigenen Mannschaft eigenhändig zerstört zu haben.

Zudem wackelt das Denkmal im Tor: Der inzwischen 40 Jahre alte Keeper Manuel Neuer sah bei beiden Gegentreffern unglücklich aus. Insbesondere das entscheidende durch Gonzalo Plata, bei dem Neuer den Ball nach einer Ecke vor dem einschussbereiten Stürmer sichern wollte, schürt die Torwartdiskussion im Land.
Dabei zeigten die Offensivstars, wozu das Team fähig ist. Leroy Sané erwischte gegen Ecuador einen Blitzstart und traf bereits in der 2. Minute zur Führung. Jamal Musiala und Florian Wirtz wirbelten in den ersten zwei Partien die Abwehrreihen nach Belieben durcheinander. Sorgenfalten bereitet jedoch die defensive Stabilität gegen physisch robuste Gegner.
Wie schon beim knappen Erfolg gegen die Elfenbeinküste offenbarte das defensive Mittelfeld um Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha erhebliche Probleme im Zweikampfverhalten, sobald der Gegner das Spiel körperbetont und aggressiv gestaltete.
Paraguay: Das Kollektiv fängt den schmerzhaften Ausfall auf
Paraguays Kader besticht weniger durch glanzvolle Namen im internationalen Spitzenfußball, sondern vielmehr durch taktische Disziplin und kollektive Aufopferung. Ein schwerer Schlag für die Südamerikaner ist jedoch das Fehlen ihres absoluten Top-Stars Miguel Almirón. Der Offensivakteur ist für dieses Sechzehntelfinale gelbgesperrt und hinterlässt eine kreative Lücke im Umschaltspiel.
In der Gruppenphase sprangen andere Akteure in die Bresche: Torhüter Orlando Gill verdiente sich beim Remis gegen Australien Bestnoten, während die erfahrene Innenverteidigung um Gustavo Gómez und Omar Alderete das physische Fundament des Teams bildet. Im Mittelfeld zieht Andrés Cubas die Fäden, und im Angriff ruhen die Hoffnungen auf dem jungen Julio Enciso und Stoßstürmer Isidro Pitta. Paraguay hat in der Vorrunde bewiesen, dass es extreme Druckphasen unbeschadet überstehen kann. Das Team brennt darauf, den spielerisch überlegenen Deutschen den Schneid abzukaufen.
Taktische Analyse: Spielerische Eleganz trifft auf das Defensivbollwerk
Taktisch zeichnet sich eine klassische Konstellation ab. Deutschland wird im gewohnten -System auflaufen und versuchen, über extrem hohen Ballbesitz und die spielerische Klasse von Wirtz, Musiala und Havertz Lücken im paraguayischen Riegel zu finden.
Coach Nagelsmann wird von seinen Spielern nach dem „Freestyle-Auftritt“ gegen Ecuador wieder mehr Geduld, klare Positionstreue und strukturiertes Gegenpressing fordern. Die größte Herausforderung für das DFB-Team wird es sein, sich nicht von der Physis Paraguays den Schneid abkaufen zu lassen und Tempogegenstöße frühzeitig im Keim zu ersticken.
Paraguay wiederum operiert unter Gustavo Alfaro aus einer tiefen, kompakten und bestens organisierten Defensive heraus. Die Südamerikaner formieren sich bei gegnerischem Ballbesitz oft in einem extrem engen oder gar . Sie überlassen dem Kontrahenten bewusst die Räume im ersten Drittel, um dann ab der Mittellinie extrem aggressiv in die Zweikämpfe zu gehen.
Nach Ballgewinn schalten sie blitzschnell um. Da Almirón als Umschaltspieler fehlt, wird Paraguay noch intensiver versuchen, über Standardsituationen – eine eklatante Schwäche im deutschen Spiel gegen Ecuador – oder lange Bälle auf Pitta zum Erfolg zu kommen. Für Deutschland droht dieses Spiel zu einer extrem zähen Geduldsprobe zu werden.
Direkter Vergleich (h2h) und aktuelle Form
Ein Blick auf die Historie verrät, dass Duelle zwischen diesen beiden Nationen Seltenheitswert besitzen, aber stets umkämpft waren. Unvergessen bleibt das WM-Achtelfinale 2002, als Deutschland sich durch ein spätes Tor von Oliver Neuville mühsam mit durchsetzte. Paraguay war damals wie heute für seine giftige Defensivarbeit bekannt.
Bezüglich der aktuellen Formkurve erleben wir zwei Teams auf der Suche nach Konstanz:
| Mannschaft | Letzte 3 Spiele (WM 2026) | Torverhältnis | Trend |
| Deutschland | 7:1 vs. Curaçao | 2:1 vs. Elfenbeinküste | 1:2 vs. Ecuador | 10:4 | Leicht abfallend, defensive Anfälligkeit |
| Paraguay | 1:4 vs. USA | 1:0 vs. Türkei | 0:0 vs. Australien | 2:4 | Stabilisierend, Fokus auf die Defensive |
Deutschland beendete mit der Pleite gegen Ecuador eine beeindruckende Serie von 11 ungeschlagenen Spielen in Folge. Was schwerer wiegt: Das DFB-Team schaffte es in keinem der drei Gruppenspiele, die Null zu halten. Paraguay hingegen kassierte nach dem Eröffnungsschock gegen die USA in den folgenden 180 Turnierminuten keinen einzigen Gegentreffer mehr.
Wettquoten für Deutschland – Paraguay
Die Buchmacher sehen Deutschland trotz der jüngsten Dämpfer in der klaren Favoritenrolle. Die Quoten für einen regulären Heimsieg (Tipp 1) bewegen sich im Bereich von 1,35 bis 1,40. Ein Unentschieden nach 90 Minuten bringt bereits den 4,5- bis 5,0-fachen Einsatz, während ein sensationeller Triumph Paraguays in der regulären Spielzeit mit Quoten von über 8,00 gelistet wird.
Angesichts der deutschen Abwehrprobleme und Paraguays Offensivschwäche ohne Almirón bieten vor allem die Spezialmärkte im Bereich der Torwetten attraktive Ansätze.
Wett-Tipp und Prognose: Deutschland – Paraguay am 29.06.2026
Deutschland besitzt zweifellos die höhere individuelle Qualität und wird hochkonzentriert in dieses erste K.o.-Spiel gehen. Julian Nagelsmann wird die Zügel angezogen haben, und die Mannschaft steht in der Pflicht, eine Reaktion auf das Ecuador-Spiel zu zeigen. Dennoch wird Paraguay kein Schießbude wie Curaçao sein. Die Südamerikaner werden die Räume extrem eng machen, tief stehen und mit viel Härte agieren.
Da Deutschland defensiv in jedem WM-Spiel mindestens ein Gegentor schluckte und bei Flanken sowie Standards anfällig wirkte, ist ein Gegentreffer gegen leidenschaftliche Paraguayer nicht auszuschließen. Gleichzeitig wird sich die deutsche Offensive um Musiala und Sané trotz des paraguayischen Abwehrbollwerks letztendlich durchsetzen.
Wir erwarten ein intensives Match, in dem Deutschland am Ende die Oberhand behält, aber eben nicht ohne Gegentor bleibt – oder alternativ ein Spiel, das durch die deutsche Offensivwucht spät entschieden wird, bei dem beide Teams treffen.
Unser Hauptaugenmerk liegt daher auf einer kombinierten Wette, die das deutsche Weiterkommen bzw. den Sieg in der regulären Spielzeit mit dem paraguayischen Kampfgeist verbindet.
- Unser Wett-Tipp: Sieg Deutschland & Beide Teams treffen: JA (reguläre Spielzeit)
- Top-Quote: 3,10


