Beim FC St. Pauli ist am vergangenen Wochenende endlich der Knoten geplatzt. Nach vier sieglosen Spielen bezwangen die Kiezkicker den VfL Wolfsburg mit 1:0 und belohnten sich für einen insgesamt starken Auftritt spät durch Joel Chima Fujita. Nun soll am Sonntag (20. September 2026) bei Energie Cottbus direkt der nächste Dreier folgen.
Einfach wird das allerdings keineswegs. Der Aufsteiger aus der Lausitz gehört bislang zu den unterhaltsamsten Mannschaften der 2. Bundesliga und reist nach dem beeindruckenden 3:0 in Karlsruhe mit richtig viel Selbstvertrauen zurück ins eigene Stadion.
Ausgangslage: Cottbus überrascht – St. Pauli atmet auf
Anstoß im LEAG Energie Stadion ist am Sonntag um 13:30 Uhr. Nach fünf Spieltagen steht Cottbus mit sieben Punkten auf Rang sieben. St. Pauli folgt mit sechs Zählern direkt dahinter auf Platz neun. Bemerkenswert ist vor allem das Torverhältnis des Aufsteigers: 13:12 nach gerade einmal fünf Partien. Bei Spielen des FCE passiert bislang fast immer etwas.
Die Buchmacher sehen trotzdem die Gäste leicht vorne. Für einen Sieg von St. Pauli werden aktuell ungefähr 2,15 angeboten. Ein Cottbuser Heimsieg liegt bei rund 3,10, das Unentschieden bei etwa 3,70.
Die Quoten zeigen aber auch: Einen klaren Favoriten gibt es hier nicht. Dafür hat Cottbus bislang zu viele gute Leistungen gezeigt – und St. Pauli muss erst noch beweisen, dass der erste Saisonsieg tatsächlich der Beginn einer Serie war.
Formcheck Energie Cottbus: Offensiv gehört der Aufsteiger zur Spitze
Cottbus sorgt bislang für Spektakel.
Schon der Saisonauftakt gegen Hannover 96 war ein Statement. Energie gewann mit 3:1, Tolcay Ciğerci traf doppelt und Justin Butler machte den Heimsieg perfekt.
Es folgte zwar ein ernüchterndes 0:3 in Bielefeld, danach ging es aber wieder wild weiter. Gegen Greuther Fürth verlor der FCE ein verrücktes Heimspiel mit 3:4. Cottbus führte früh, kam später noch einmal zum 2:2 und erzielte in der Nachspielzeit sogar den Anschluss zum 3:4. Für einen Punkt reichte es nicht mehr.
Noch spektakulärer war anschließend der Auftritt in Wolfsburg. Nach 25 Minuten lag Cottbus bereits 0:3 zurück – und holte trotzdem noch ein 4:4. Dmytro Bogdanov erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich.
Am vergangenen Wochenende bewies die Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz dann, dass sie auch anders kann. Beim Karlsruher SC gewann Energie souverän mit 3:0. Lukas Michelbrink traf unmittelbar vor der Pause, Dominik Pelivan und Justin Butler entschieden die Partie nach Wiederbeginn.
13 Tore nach fünf Spielen sind für einen Aufsteiger ein herausragender Wert. Gleichzeitig zeigen zwölf Gegentreffer, warum Cottbuser Spiele momentan kaum langweilig werden.
Formcheck FC St. Pauli: Der erste Sieg könnte viel lösen
Bei St. Pauli war der Druck zuletzt bereits deutlich gestiegen.
Zum Auftakt kam der Bundesliga-Absteiger gegen Fürth nicht über ein 1:1 hinaus. Danach folgten ein 2:2 in Kiel, eine 1:2-Niederlage gegen Kaiserslautern und ein weiteres 2:2 in Bielefeld. Vier Spiele, drei Unentschieden und noch kein Sieg – für einen Verein, der eigentlich möglichst schnell wieder oben mitspielen möchte, war das zu wenig.

Gegen Wolfsburg gelang nun endlich der Befreiungsschlag.
St. Pauli war über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft und ließ sich auch davon nicht entmutigen, dass lange kein Tor fallen wollte. Erst in der 88. Minute erzielte Fujita das entscheidende 1:0. Trainer Marcel Rapp hatte seine Startelf zuvor gleich auf mehreren Positionen verändert – die Maßnahmen zahlten sich aus.
Besonders interessant für das Spiel in Cottbus: St. Pauli hat in allen fünf Ligapartien mindestens einmal getroffen. In beiden bisherigen Auswärtsspielen fielen außerdem jeweils vier Tore – sowohl in Kiel als auch in Bielefeld endete die Partie 2:2.
Matchanalyse: Hier spricht erstaunlich viel für ein Torfestival
Der St.-Pauli-Sieg wäre nach dem Erfolg gegen Wolfsburg durchaus eine Überlegung wert. Uns gefällt diesmal aber ein anderer Markt deutlich besser.
Cottbus steht nach fünf Spieltagen bei unglaublichen 25 Gesamttoren – im Schnitt also exakt fünf pro Partie. Alle fünf Ligaspiele des Aufsteigers hatten mindestens drei Treffer, drei davon sogar mindestens vier. Besonders auffällig: Beide bisherigen Cottbuser Heimspiele endeten mit vier oder mehr Toren.
Bei St. Pauli ergibt sich auswärts ein ähnliches Muster. Sowohl das 2:2 in Kiel als auch das 2:2 in Bielefeld knackten die Marke von 3,5 Toren.
Über 2,5 Treffer ist mit ungefähr 1,49 entsprechend niedrig angesetzt. Deutlich interessanter wird es eine Linie höher: Für mindestens vier Treffer gibt es aktuell etwa 2,15.
Das Risiko ist natürlich größer. Aber genau die bisherigen Spielprofile beider Mannschaften rechtfertigen diesmal den offensiveren Ansatz.
Wett-Tipp und Prognose: Vier oder mehr Tore in Cottbus
St. Pauli dürfte nach dem ersten Sieg befreiter auftreten und offensiv ohnehin zu Möglichkeiten kommen. Gleichzeitig hat Cottbus in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen, dass die Mannschaft selbst gegen starke Gegner jederzeit zwei oder drei Tore erzielen kann.
Wir rechnen deshalb mit einer offenen Begegnung, in der beide Teams eher ihre offensiven Stärken ausspielen, als sich gegenseitig zu neutralisieren.
- Unser Wett-Tipp: Über 3,5 Tore
- Empfohlene Quote: ca. 2,15
Vor allem die Kombination aus Cottbus‘ kompromissloser Spielweise und St. Paulis bislang torreichen Auswärtsauftritten gefällt uns. Nach dem eher kontrollierten 1:0 gegen Wolfsburg könnte auf die Kiezkicker diesmal wieder eine deutlich wildere Partie warten.


