Am Freitag um 20:00 Uhr Ortszeit beginnt für Armenien von Yeghishe Melikyan und Lettland von Paolo Nicolato die neue Nations-League-Saison. Beide gehören gemeinsam mit Montenegro und Zypern zur Gruppe C2. Gerade für Armenien bietet der Auftakt im eigenen Stadion die Chance, nach einer längeren Phase ohne Sieg wieder ein Erfolgserlebnis zu feiern. Die jüngsten Ergebnisse der Gastgeber waren zwar enttäuschend, doch gegen Lettland spricht sowohl der Heimvorteil als auch der jüngere direkte Vergleich für die Armenier.
Lettland reist allerdings mit einer defensiv zuletzt verbesserten Bilanz nach Jerewan. Im März setzte sich Nicolatos Mannschaft in den beiden Nations-League-Play-offs jeweils mit 1:0 gegen Gibraltar durch und sicherte sich damit den Verbleib in Liga C. Im Juni folgten ein 1:1 gegen Litauen und eine 0:1-Niederlage gegen die Färöer. Armenien spielte dagegen im Juni jeweils 1:1 gegen Kasachstan und Moldau.
Armenien – Lettland: Die Ausgangslage
Für beide Mannschaften besitzt das erste Gruppenspiel besondere Bedeutung. Mit Montenegro befindet sich ein nominell stärker einzuschätzender Gegner in Gruppe C2, sodass gerade die direkten Begegnungen zwischen Armenien, Lettland und Zypern im Kampf um die Platzierungen wichtig werden können. Armenien hat dabei den Vorteil, sowohl gegen Lettland als auch drei Tage später gegen Montenegro in Jerewan anzutreten.
Die Resultate der vergangenen Monate machen Armenien allerdings nicht automatisch zum klaren Favoriten. Nach Niederlagen gegen Ungarn, Portugal und Belarus reichte es in den beiden Juni-Testspielen gegen Kasachstan und Moldau jeweils nur zu einem 1:1. Lettland gewann dagegen seine beiden Pflichtspiele gegen Gibraltar, bevor die Mannschaft in den Juni-Partien gegen Litauen und die Färöer wieder weniger überzeugte.
Armenien – Lettland: Taktik & Aufstellungen
Bei Armenien dürfte Eduard Spertsyan erneut eine zentrale Rolle im offensiven Mittelfeld übernehmen. Mit Nair Tiknizyan, Ugochukwu Iwu und Edgar Sevikyan stehen Melikyan weitere international erfahrene Spieler zur Verfügung. Allerdings fehlen mehrere Offensivkräfte, sodass Armenien möglicherweise stärker als gewohnt auf kontrollierten Ballbesitz und Spertsyans Kreativität angewiesen sein wird.
Nicolato setzt bei Lettland bevorzugt auf eine kompakte defensive Struktur. Bereits gegen Gibraltar agierten die Letten mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette und versuchten, dem Gegner nur wenig Raum zwischen den Linien zu geben. Im Angriff gehört Vladislavs Gutkovskis zu den wichtigsten Optionen. Gegen Armenien dürfte Lettland zunächst tief stehen und über Umschaltsituationen zum Erfolg kommen wollen.
Armenien – Lettland: Direkter Vergleich
Der jüngere direkte Vergleich ist ein deutliches Argument für die Gastgeber. Vier Pflichtspiele gab es seit 2023: Armenien gewann davon drei. Im Juni 2023 setzte sich Armenien in Jerewan mit 2:1 durch, ehe Lettland das Rückspiel der EM-Qualifikation 2:0 gewann.
Noch deutlicher war die armenische Überlegenheit in der Nations League 2024. Das Heimspiel gewann Armenien 4:1, beim Rückspiel in Riga folgte ein 2:1-Auswärtserfolg. Damit hat Armenien die letzten beiden Begegnungen gewonnen und dabei sechs Tore erzielt.
Armenien – Lettland: Verletzte und gesperrte Spieler
Gerade bei Armenien ist die Ausfallliste vor dem Auftakt umfangreich. Nationaltrainer Melikyan muss verletzungsbedingt auf Vahan Bichakhchyan, Finn Geragusian, Grant-Leon Ranos, David Davidyan, Kamo Hovhannisyan, Hovhannes Harutyunyan, Henry Avagyan und Norberto Briasco Balekian verzichten. Besonders Ranos und Bichakhchyan nehmen dem armenischen Angriff zusätzliche Qualität und Tiefe. Der aktuelle Kader umfasst dagegen unter anderem Spertsyan, Tiknizyan, Sevikyan und Artur Miranyan.
Bei Lettland gibt es bislang keine vergleichbar umfangreiche bestätigte Ausfallliste. Paolo Nicolato kann den Kern seiner Mannschaft um Gutkovskis, Daniels Balodis, Antonijs Černomordijs und Andrejs Cigaņiks grundsätzlich einplanen. Die endgültige personelle Situation sollte jedoch unmittelbar vor dem Spiel noch einmal überprüft werden.
Armenien – Lettland: Die Wettquoten
Armenien geht am Wettmarkt als Favorit in die Begegnung. Für einen Heimsieg werden aktuell bis zu 1,72, für das Unentschieden bis zu 3,75 und für einen lettischen Auswärtssieg bis zu 4,75 angeboten.
Auch die Torquoten deuten nicht auf ein besonders offensives Spiel hin. Unter 2,5 Tore bewegt sich ungefähr im Bereich um 1,80 bis 1,90. Interessanter ist deshalb die Kombination aus einem armenischen Sieg und „Beide Teams treffen – Nein“. Dafür sind aktuell Quoten von bis zu 2,85 verfügbar. Armenien besitzt den Heimvorteil, während Lettland in seinen vier Partien des Jahres 2026 lediglich zwei Tore erzielt hat.
Die Formkurve: Armenien
Armenien wartet seit längerer Zeit auf einen Sieg. Im November 2025 verlor die Mannschaft zunächst 0:1 gegen Ungarn und anschließend deutlich 1:9 in Portugal. Im März folgte eine 1:2-Heimniederlage gegen Belarus. Die beiden Testspiele im Juni brachten zumindest eine Stabilisierung: Sowohl gegen Kasachstan als auch gegen Moldau spielte Armenien 1:1. Positiv ist vor allem, dass Armenien nach den großen defensiven Problemen gegen Portugal in den jüngsten drei Partien jeweils nur einen Gegentreffer kassierte.
Die Formkurve: Lettland
Im November 2025 verlor Lettland zunächst 1:2 in Serbien. Im März folgten dann die beiden wichtigen Nations-League-Play-off-Spiele gegen Gibraltar: Lettland gewann sowohl auswärts als auch zuhause mit 1:0. Im Juni kam die Mannschaft gegen Litauen nicht über ein 1:1 hinaus, anschließend verlor sie im Baltic Cup 0:1 gegen die Färöer. Die beiden Pflichtspielsiege gegen Gibraltar zeigen zwar eine gewisse defensive Stabilität, offensiv bleibt Lettland aber limitiert.
Wett-Tipp & Prognose: Armenien – Lettland (25.09.26)
Armenien besitzt zum Auftakt trotz der schwachen Resultate der vergangenen Monate die bessere Ausgangsposition. Der Heimvorteil in Jerewan ist ein Faktor, zudem haben die Armenier drei der letzten vier Pflichtspiele gegen Lettland gewonnen. Besonders die beiden Nations-League-Duelle 2024 mit 4:1 und 2:1 sprechen für Melikyans Mannschaft.
Allerdings darf die lange armenische Ausfallliste nicht unterschätzt werden. Mit Ranos und Bichakhchyan fehlen wichtige Offensivoptionen. Deshalb erwarten wir nicht unbedingt eine Wiederholung des deutlichen 4:1 aus dem letzten Heimspiel gegen Lettland. Wir tippen daher:
- Empfohlene Wette: Armenien gewinnt & beide Teams treffen – Nein
- Quote: 2,85 (Emirbet)
Auf der anderen Seite bleibt Lettlands Offensive das größte Problem. Nicolatos Mannschaft gewann im März zweimal 1:0 gegen Gibraltar, erzielte im Juni gegen Litauen und die Färöer zusammen aber lediglich einen Treffer. Gegen ein Armenien, das in seinen jüngsten beiden Spielen jeweils nur ein Gegentor kassierte, dürfte Lettland erneut auf wenige Möglichkeiten kommen.
Der einfache Heimsieg ist mit maximal etwa 1,72 uninteressant. Die Kombination Armenien gewinnt & beide Teams treffen – Nein erhöht die Quote auf bis zu 2,85 und passt zu einem Spiel, in dem wir Armenien zwar vorne sehen, aber insgesamt keine besonders hohe Trefferzahl erwarten.

