Am Freitag um 20:45 Uhr MEZ beginnt für die Türkei von Vincenzo Montella und Frankreich unter dem neuen Nationaltrainer Zinédine Zidane die Nations-League-Saison. Beide gehören gemeinsam mit Italien und Belgien zur hochkarätig besetzten Gruppe A1. Frankreich geht aufgrund seiner enormen individuellen Qualität als Favorit in den Auftakt, doch für die Türkei sprechen der Heimvorteil und die Tatsache, dass sie in den beiden jüngsten direkten Duellen mit Frankreich ungeschlagen blieb.
Die Ausgangslage wird zusätzlich durch die unterschiedlichen Entwicklungen seit der Weltmeisterschaft geprägt. Die Türkei schied bereits in der Gruppenphase aus, verabschiedete sich allerdings mit einem 3:2 gegen Gastgeber USA aus dem Turnier. Frankreich erreichte dagegen das Halbfinale und erzielte im Verlauf der WM 20 Tore. Nun beginnt unter Zidane ein neuer Abschnitt. Der neue Trainer setzt zwar weiterhin auf Leistungsträger wie Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise, hat seinen ersten Kader aber gleichzeitig mit mehreren neuen Spielern ergänzt.
Türkei – Frankreich: Die Ausgangslage
Für die Türkei ist das Heimspiel besonders wichtig, denn die Gruppe lässt kaum einfache Aufgaben zu. Nach Frankreich folgen Italien und Belgien. Montella hat für die anstehenden Nations-League-Spiele einen 29 Spieler umfassenden Kader nominiert. Mit Arda Güler, Kerem Aktürkoğlu, Can Uzun und Barış Alper Yılmaz besitzt die Türkei trotz prominenter Ausfälle weiterhin interessante Möglichkeiten in der Offensive.
Frankreich startet nach einer starken, aber titellosen Weltmeisterschaft neu. Zidane hat bei seinem ersten Aufgebot unmittelbar Veränderungen vorgenommen: Guillaume Restes, Jérémy Jacquet, Andy Diouf, Lucas Da Cunha und Esteban Lepaul gehören zu den Debütanten. Kapitän bleibt Kylian Mbappé, der mittlerweile bei 66 Länderspieltoren steht.
Türkei – Frankreich: Taktik & Aufstellungen
Montella dürfte gegen den Favoriten nicht auf dauerhaften Ballbesitz setzen. Die Türkei besitzt mit Arda Güler einen technisch herausragenden Spieler für die Räume zwischen Mittelfeld und Angriff. Dazu bringen Kerem Aktürkoğlu und Barış Alper Yılmaz Tempo für Umschaltsituationen mit. Gerade vor eigenem Publikum dürfte die Türkei versuchen, Frankreich früh unter Druck zu setzen, sich gegen den Ball aber phasenweise deutlich tiefer zurückziehen. Der Ausfall von Hakan Çalhanoğlu verändert dabei die Struktur im zentralen Mittelfeld erheblich.
Frankreich verfügt dagegen über außergewöhnliche Möglichkeiten im letzten Drittel. Mbappé, Dembélé, Désiré Doué, Bradley Barcola und Michael Olise stehen allesamt im aktuellen Aufgebot. Mit Eduardo Camavinga, Manu Koné, Adrien Rabiot und Warren Zaïre-Emery besitzt Zidane zudem genügend Qualität im Zentrum, um das Spiel zu kontrollieren.
Türkei – Frankreich: Direkter Vergleich
Historisch besitzt Frankreich die bessere Bilanz, die beiden jüngsten Begegnungen liefern allerdings ein interessantes Gegenargument. In der EM-Qualifikation 2019 gewann die Türkei das Heimspiel überraschend mit 2:0. Wenige Monate später erkämpften sich die Türken in Frankreich ein 1:1.
Damit hat Frankreich keines der beiden letzten direkten Duelle gewonnen. Insgesamt gab es bislang sechs Begegnungen, von denen Frankreich vier und die Türkei eine gewann; einmal gab es ein Unentschieden.
Türkei – Frankreich: Verletzte und gesperrte Spieler
Bei der Türkei fehlen zwei besonders prominente Namen. Hakan Çalhanoğlu wird wegen einer Leistenverletzung nicht rechtzeitig fit, während Kenan Yıldız nach einem Fußbruch ebenfalls ausfällt. Dass beide nicht im offiziellen 29-Mann-Kader Montellas stehen, bestätigt ihre Abwesenheit.
Auch Frankreich reist nicht in Bestbesetzung an. Aurélien Tchouaméni wurde nach seiner Verletzung noch nicht berücksichtigt, Marcus Thuram fehlt ebenfalls aus Fitnessgründen. Darüber hinaus werden William Saliba und Theo Hernández verletzungsbedingt nicht im aktuellen Aufgebot geführt.
Türkei – Frankreich: Die Wettquoten
Die aktuellen Quoten zeigen eine klare Favoritenrolle Frankreichs. Für einen türkischen Heimsieg werden bis zu 6,55, für das Unentschieden bis zu 4,60 und für einen französischen Erfolg ungefähr 1,51 angeboten. Der einfache Auswärtssieg liegt damit deutlich unter unserer Mindestquote für den Expertentipp.
Interessanter wird deshalb eine Kombination mit dem Tormarkt. Frankreich gewinnt & über 2,5 Tore erreicht aktuell eine Quote von 1,98. Frankreich erzielte bei der WM in sechs seiner acht Spiele mindestens zwei Treffer und kam im gesamten Turnier auf 20 Tore. Gleichzeitig kassierte die Türkei in allen drei WM-Gruppenspielen mindestens einen Gegentreffer.
Die Formkurve: Türkei
Die Türkei kommt mit einer wechselhaften Bilanz in die Nations League. Vor der Weltmeisterschaft gelangen Siege gegen Rumänien und Kosovo, beim Turnier selbst startete Montellas Mannschaft anschließend mit einem 0:2 gegen Australien. Nach dem 0:1 gegen Paraguay stand das Vorrundenaus bereits fest. Zum Abschluss zeigte die Türkei aber noch einmal Moral und bezwang Gastgeber USA mit 3:2.
Die Formkurve: Frankreich
Während der Weltmeisterschaft gewann Les Bleus unter anderem gegen England und erreichte damit das Halbfinale. Dort endete der Titeltraum gegen den späteren Weltmeister Spanien. Auch das anschließende Spiel um Platz drei verlief spektakulär, Frankreich unterlag Norwegen mit 4:6. Insgesamt kam die Mannschaft während des Turniers dennoch auf 20 Treffer und zeigte über weite Strecken ihre enorme offensive Qualität.
Wett-Tipp & Prognose: Türkei – Frankreich (25.09.26)
Die Türkei sollte gerade vor heimischem Publikum nicht unterschätzt werden. Montellas Mannschaft besitzt mit Arda Güler, Kerem Aktürkoğlu und weiteren technisch starken Spielern genügend Qualität, um Frankreich zumindest phasenweise unter Druck zu setzen. Zudem blieb die Türkei in den beiden jüngsten direkten Duellen mit Les Bleus ungeschlagen.
Die Ausfälle von Hakan Çalhanoğlu und Kenan Yıldız wiegen allerdings schwer. Gerade gegen ein französisches Mittelfeld mit enormer Athletik und technischer Qualität fehlt damit ein wichtiger Teil der türkischen Spielkontrolle. Gleichzeitig hat die Defensive schon während der Weltmeisterschaft gezeigt, dass sie gegen starke Offensivreihen verwundbar ist. Wir tippen:
- Empfohlene Wette: Frankreich gewinnt & über 2,5 Tore
- Quote: 1,98 (Emirbet)
Frankreich besitzt dagegen selbst ohne Tchouaméni und Thuram eine außergewöhnliche Kaderbreite. Mbappé, Dembélé, Olise, Doué und Barcola geben Zidane zahlreiche Möglichkeiten, die türkische Defensive sowohl über Tempo als auch über individuelle Eins-gegen-eins-Situationen anzugreifen.

