Der Einstand von Jürgen Klopp als Bundestrainer war ordentlich, aber längst noch nicht so spektakulär, wie sich das vielleicht mancher erhofft hatte. Deutschland führte am Donnerstagabend in Amsterdam lange mit 1:0, ehe Cody Gakpo den Niederländern in der 92. Minute doch noch das 1:1 rettete. Felix Nmecha hatte die DFB-Elf zuvor in Führung gebracht.
Das Remis ging angesichts der Spielanteile der Niederländer letztlich durchaus in Ordnung. Nun folgt am Sonntag (27. September 2026) gegen Griechenland das erste Heimspiel unter Klopp – und diesmal ist die Erwartungshaltung eindeutig: Deutschland soll gewinnen.
Ausgangslage: Deutschland ist gegen Griechenland klarer Favorit
Anstoß in der WWK Arena in Augsburg ist am Sonntag um 20:45 Uhr. Für Deutschland ist es das zweite von insgesamt sechs Gruppenspielen in der Nations League. Nach dem Punkt in Amsterdam sollte gegen Griechenland möglichst der erste Sieg folgen.
Die Buchmacher sehen die DFB-Elf entsprechend deutlich vorne. Für einen deutschen Heimsieg werden aktuell lediglich ungefähr 1,30 bis 1,38 angeboten. Ein Unentschieden liegt etwa zwischen 5,00 und 5,50, ein griechischer Auswärtssieg sogar zwischen 6,50 und 8,00.
Ganz so einfach dürfte die Aufgabe allerdings nicht werden. Griechenland hat seinen Nations-League-Auftakt am Donnerstag überraschend mit 2:1 in Serbien gewonnen. Nach dem frühen Rückstand kämpfte sich die Mannschaft zurück, Anastasios Douvikas erzielte schließlich kurz vor Schluss den Siegtreffer. Damit reisen die Griechen sogar als Tabellenführer der Gruppe nach Augsburg.
Formcheck Deutschland: Beim Klopp-Debüt war noch viel Luft nach oben
Wer in Amsterdam sofort den typischen Klopp-Fußball mit permanentem Gegenpressing und Angriffswellen erwartet hatte, wurde nur teilweise bedient.
Deutschland hatte gute Phasen, insgesamt funktionierten die Abläufe aber noch nicht konstant. Das ist nach wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten kaum überraschend. Philipp Treu stand direkt bei seinem Debüt in der Startelf, gleichzeitig setzte Klopp zunächst noch auf eine klare Achse mit Marc-André ter Stegen, Jonathan Tah, Joshua Kimmich und Kai Havertz.

Trotzdem wäre der erste Sieg beinahe gelungen. Erst Gakpos Treffer in der Nachspielzeit verhinderte den perfekten Einstand. Gerade offensiv war aber zu erkennen, dass noch einiges an Abstimmung fehlt.
Das dürfte auch am Sonntag Thema bleiben.
Klopp hat für seine ersten vier Nations-League-Spiele gleich 44 Spieler auf zwei verschiedene Kader verteilt. Für die Partien gegen Holland und Griechenland steht ihm zunächst ein 24-Mann-Aufgebot zur Verfügung. Die ungewöhnliche Kaderplanung soll ausdrücklich dazu dienen, möglichst viele Spieler zu testen und gleichzeitig die Belastung zu steuern.
Entsprechend wäre es keine Überraschung, wenn Klopp gegen Griechenland erneut mehrere Veränderungen vornimmt.
Formcheck Griechenland: Der Sieg in Serbien ist eine deutliche Warnung
Wer Griechenland vor dem ersten Spieltag lediglich als Außenseiter der Gruppe eingeordnet hatte, sollte spätestens nach Donnerstag etwas vorsichtiger sein.
Der 2:1-Erfolg in Belgrad war ein echtes Statement. Serbien ging schon früh durch Andrija Živković in Führung, Griechenland blieb aber im Spiel und schlug spät zurück. Besonders bemerkenswert: Vor dem Nations-League-Start hatten die Griechen 2026 noch kein Pflichtspiel gewonnen. Ausgerechnet beim schwierigen Auswärtsspiel in Serbien gelang nun der Befreiungsschlag.
Unter Trainer Ivan Jovanović ist Griechenland ohnehin unangenehm zu bespielen. Die Mannschaft verteidigt kompakt, versucht die Räume im Zentrum eng zu machen und lauert auf Umschaltmomente.
Genau diese Spielweise könnte Deutschland vor Probleme stellen. Gegen Holland bekam die DFB-Elf noch häufiger Räume für schnelle Angriffe. Am Sonntag dürfte Klopp dagegen deutlich mehr Ballbesitz bekommen – und muss mit seiner Mannschaft Lösungen gegen einen tieferen Block finden.
Matchanalyse: Deutschland muss gewinnen – aber wird es ein Spektakel?
Die klassische Siegwette auf Deutschland ist für uns diesmal wenig interessant. Dafür ist die Quote von ungefähr 1,38 schlicht sehr niedrig.
Spannender finden wir den Blick auf die Anzahl der Tore.
Der Markt erwartet eher eine offensive Partie: Über 2,5 Treffer wird ungefähr bei 1,55 gehandelt, für unter 2,5 Tore gibt es dagegen aktuell rund 2,45. Auch unter 3,5 Tore ist mit etwa 1,60 deutlich niedriger angesetzt.
Wir gehen bewusst gegen diese Erwartung.
Deutschland muss gewinnen, befindet sich unter Klopp aber noch mitten in der Findungsphase. Dazu dürfte der Bundestrainer erneut rotieren. Griechenland wiederum hat nach dem überraschenden Erfolg in Serbien überhaupt keinen Grund, in Augsburg ein offenes Spiel zu forcieren.
Es wäre deshalb keine Überraschung, wenn Deutschland lange Geduld benötigt.
Wett-Tipp und Prognose: Geduldsspiel statt Torfestival
Wir erwarten eine dominante deutsche Mannschaft, aber keinen Spaziergang. Griechenland wird nach dem erfolgreichen Auftakt selbstbewusst auftreten, tief verteidigen und versuchen, Deutschland möglichst lange vom eigenen Tor fernzuhalten.
Genau deshalb gefällt uns eine etwas mutigere Torwette besser als ein deutlich niedriger quotierter Deutschland-Sieg.
- Unser Wett-Tipp: Unter 2,5 Tore
- Empfohlene Quote: ca. 2,45
Ein knapper deutscher Erfolg passt für uns am besten zum erwarteten Spielverlauf. Klopp wird erneut experimentieren, während Griechenland kaum Interesse daran haben dürfte, sich auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen. Deutschland sollte am Ende genügend Qualität besitzen, um den ersten Sieg unter dem neuen Bundestrainer einzufahren – dafür braucht es am Sonntag aber nicht zwangsläufig ein Torfestival.


