Rhein-Derby in Köln – und für Borussia Mönchengladbach könnte die Partie kaum wichtiger sein. Nach vier Niederlagen aus den ersten vier Bundesliga-Spielen haben die Fohlen bereits die Reißleine gezogen und Eugen Polanski entlassen. Mit Alexander Blessin soll nun ein neuer Impuls her. Am Sonntag (11. Oktober 2026) wartet direkt das prestigeträchtige Duell beim 1. FC Köln. Auch der FC ist nach einem ordentlichen Auftakt inzwischen seit drei Ligaspielen sieglos.
Damit treffen zwei Mannschaften aufeinander, die dringend ein Erfolgserlebnis brauchen – in einem Derby, bei dem die Formkurve traditionell ohnehin nicht alles bedeutet.
Ausgangslage: Köln Favorit, Gladbach schon unter Druck
Anstoß im RheinEnergieStadion ist am Sonntag um 15:30 Uhr. Köln hat nach vier Spieltagen vier Punkte gesammelt. Gladbach steht dagegen tatsächlich noch komplett ohne Zähler da und ist Tabellenletzter.
Die Buchmacher sehen den FC aufgrund des Heimvorteils und der Gladbacher Krise vorne. Für einen Kölner Sieg werden aktuell ungefähr 1,95 bis 2,00 angeboten. Ein Auswärtserfolg der Borussia liegt bei rund 3,40, das Remis bei etwa 3,90.
Interessant ist allerdings, dass auch Köln keineswegs mit breiter Brust in das Derby geht. Nach dem 3:2 zum Auftakt gegen Hoffenheim folgten ein 1:4 in Stuttgart, ein 1:1 gegen Werder Bremen und zuletzt ein 1:2 beim HSV.
Beide Teams haben also genügend Gründe, dieses Derby unbedingt gewinnen zu wollen.
Formcheck 1. FC Köln: Der gute Auftakt ist etwas verpufft
Der Start gegen Hoffenheim machte zunächst Hoffnung. Köln gewann 3:2 und zeigte offensiv direkt, dass die Mannschaft auch nach vorne Lösungen besitzt.
Danach wurde es schwieriger.
Beim VfB Stuttgart ging der FC mit 1:4 unter, zuhause gegen Bremen reichte es anschließend nur zu einem 1:1. Besonders bitter war die Partie beim Hamburger SV. Der HSV war zuvor nach drei Spielen noch ohne Punkt und sogar ohne eigenes Tor, gewann gegen Köln aber mit 2:1. Damit verhalf ausgerechnet der FC einem kriselnden Gegner zum ersten Erfolgserlebnis.

Positiv ist immerhin, dass Köln in allen vier bisherigen Ligaspielen getroffen hat. Sechs eigene Tore sind für einen Aufsteiger ordentlich. Gleichzeitig stehen aber bereits neun Gegentreffer zu Buche.
Genau diese Mischung ist vor einem Derby interessant: Köln ist offensiv gefährlich genug, um eine völlig verunsicherte Gladbacher Abwehr zu beschäftigen, wirkt selbst aber keineswegs stabil genug, um einen Treffer der Borussia einfach auszuschließen.
Formcheck Borussia Mönchengladbach: Blessin soll die Defensive reparieren
Bei Gladbach ist die Lage noch dramatischer.
Die ersten vier Bundesligaspiele gingen allesamt verloren: 0:3 in Leipzig, 3:4 gegen Elversberg, 0:5 in Freiburg und schließlich 3:4 gegen Mainz. Das ergibt 0 Punkte und unglaubliche 16 Gegentore.
Nach dem 0:5 in Freiburg wurde Eugen Polanski freigestellt. Gegen Mainz betreute Jan-Moritz Lichte die Mannschaft interimsweise, inzwischen hat Alexander Blessin übernommen. Der frühere St.-Pauli-Coach unterschrieb bis 2028 und soll vor allem wieder Struktur in eine Mannschaft bringen, die defensiv bisher völlig auseinanderfällt.
Sein erstes Spiel an der Seitenlinie war immerhin erfolgreich. Gladbach gewann während der Pause ein Testspiel bei den Sportfreunden Siegen mit 3:0. Natürlich ist ein Regionalligist kein Bundesliga-Maßstab, trotzdem ist ein Erfolgserlebnis nach vier Niederlagen zum Start sicherlich willkommen.
Offensiv ist Gladbach ohnehin nicht komplett harmlos. Gegen Elversberg und Mainz erzielte die Borussia jeweils drei Tore. Das Problem liegt eindeutig auf der anderen Seite des Platzes.
Matchanalyse: Dieses Derby schreit nach Toren
Der Trainerwechsel macht Gladbach schwerer einzuschätzen. Blessin dürfte zunächst versuchen, die enorme defensive Anfälligkeit zu reduzieren. Ob das innerhalb weniger Wochen gelingt, ist aber fraglich.
Dafür sitzen die Probleme zu tief. 16 Gegentore nach vier Spielen sind kein kleiner Ausrutscher.
Gleichzeitig hat Köln selbst in jeder Partie mindestens einen Treffer erzielt, aber ebenfalls noch kein einziges Mal zu null gespielt. So entsteht eine Konstellation, in der ein offenes Derby sehr gut vorstellbar ist.
Auch der direkte Vergleich liefert Argumente. Das letzte Rhein-Derby im März endete 3:3, davor gewann Gladbach 3:1. Drei der vergangenen fünf Duelle hatten mindestens vier Treffer.
Über 2,5 Tore ist mit ungefähr 1,45 entsprechend niedrig quotiert. Interessanter wird die nächste Linie: Für mindestens vier Treffer werden aktuell etwa 2,15 angeboten.
Wett-Tipp und Prognose: Das Rhein-Derby wird wieder wild
Ein Trainerwechsel kann viel verändern – gerade in einem emotionalen Derby. Deshalb wollen wir uns nicht darauf festlegen, ob Gladbach unter Blessin direkt punktet oder Köln seinen Heimvorteil nutzt.
Bei den Toren sehen wir das deutlichere Bild.
Köln hat bisher immer getroffen, aber auch immer mindestens ein Gegentor kassiert. Gladbach bringt offensiv durchaus Qualität mit, hat defensiv jedoch schon 16 Treffer zugelassen. Dazu kommt der besondere Derbycharakter, der diese Begegnung schon häufiger komplett geöffnet hat.
- Unser Wett-Tipp: Über 3,5 Tore
- Empfohlene Quote: ca. 2,15
Der neue Gladbach-Trainer dürfte zwar zuerst an der Defensive arbeiten wollen. Ob Blessin ausgerechnet in diesem emotionalen Rhein-Derby sofort Stabilität hineinbekommt, bezweifeln wir jedoch. Fallen früh Tore, könnte daraus erneut eine ausgesprochen wilde Begegnung werden.


