
Im Viertelfinale von Wimbledon 2026 kommt es am 7. Juli (Dienstag) zu einem hochklassigen Duell zwischen Novak Djokovic und Felix Auger-Aliassime. Es ist ein Aufeinandertreffen zweier Spieler, die unterschiedliche Karrierestadien verkörpern: Auf der einen Seite der inzwischen 39-jährige Djokovic, der auf dem heiligen Rasen des All England Clubs weiterhin zu den größten Favoriten zählt. Auf der anderen Seite der 14 Jahre jüngere Auger-Aliassime, der sich in den vergangenen Jahren endgültig in der Weltspitze etabliert hat und mittlerweile als Nummer vier der Weltrangliste nach London gereist ist.
Die Rollen scheinen auf den ersten Blick dennoch klar verteilt. Obwohl der Kanadier in der Weltrangliste vor Djokovic steht, sehen die Buchmacher den Serben aufgrund seiner außergewöhnlichen Wimbledon-Bilanz erneut leicht im Vorteil.
Ausgangslage für Djokovic vs. Auger-Aliassime: Erfahrung gegen Athletik
Novak Djokovic weiß besser als jeder andere aktive Spieler, wie man in Wimbledon Titel gewinnt. Auch im hohen Tennisalter gehört der Serbe auf Rasen weiterhin zur absoluten Elite. Sein Spielstil mit den überragenden Returns, der außergewöhnlichen Defensivarbeit und der enormen mentalen Stärke funktioniert auf diesem Belag nach wie vor hervorragend.
Dennoch stellt sich mit jedem weiteren Match die gleiche Frage: Wie viel Kraftreserven besitzt Djokovic noch? Ein Grand-Slam-Turnier über zwei Wochen verlangt enorme körperliche Belastbarkeit. Gerade im Viertelfinale, wenn die Gegner immer stärker werden, könnte die Physis erstmals eine entscheidende Rolle spielen.
Felix Auger-Aliassime bringt dagegen genau die Attribute mit, die auf Rasen besonders gefährlich sind. Sein druckvoller erster Aufschlag, die enorme Athletik und seine aggressive Grundlinienspielweise machen ihn zu einem äußerst unangenehmen Gegner. Der Kanadier befindet sich im besten Tennisalter und dürfte körperlich klare Vorteile besitzen.
Formcheck Novak Djokovic: Wimbledon bleibt sein Wohnzimmer
Der Weg von Novak Djokovic ins Viertelfinale verlief beeindruckend. Bereits in den ersten vier Begegnungen zeigte der Serbe, dass Wimbledon für ihn weiterhin ein ganz besonderes Turnier ist.
Gegen Wu ließ Djokovic überhaupt keine Zweifel aufkommen und dominierte das Match souverän. Auch gegen Stefanos Tsitsipas präsentierte sich der achtfache Wimbledon-Champion äußerst konzentriert und kontrollierte die Partie über weite Strecken.
In Runde drei gegen Arthur Rinderknech musste Djokovic phasenweise mehr investieren, behielt jedoch jederzeit die Kontrolle. Im Achtelfinale gegen Roman Safiullin bestätigte er schließlich erneut seine starke Form und demonstrierte vor allem bei den entscheidenden Punkten seine enorme Klasse.
Sportlich gibt es kaum Kritikpunkte. Djokovic serviert stark, bewegt sich überraschend gut und überzeugt weiterhin mit seinem einzigartigen Returnspiel. Die einzige offene Frage bleibt die körperliche Belastung im weiteren Turnierverlauf.
Formcheck Felix Auger-Aliassime: Nach Fünf-Satz-Krimi voller Selbstvertrauen
Auch Felix Auger-Aliassime reist mit viel Rückenwind in dieses Viertelfinale.
Zum Auftakt ließ der Kanadier Alexander Shevchenko keine Chance und setzte sich souverän durch. Anschließend folgten ebenso überzeugende Siege gegen Dino Prizmic und Zheng – jeweils ohne Satzverlust.
Erst im Achtelfinale wurde Auger-Aliassime erstmals richtig gefordert. Gegen Alejandro Davidovich Fokina entwickelte sich ein intensiver Fünf-Satz-Krimi, in dem der Kanadier mehrfach mentale Stärke bewies und sich letztlich verdient durchsetzen konnte.
Der Kraftaufwand war allerdings beträchtlich. Während Djokovic vergleichsweise kontrolliert durchs Turnier marschierte, musste Auger-Aliassime bereits deutlich mehr Energie investieren. Gleichzeitig könnte der dramatische Erfolg gegen Davidovich Fokina zusätzlich Selbstvertrauen freigesetzt haben.
Wettquoten: Djokovic bleibt Favorit
Obwohl Felix Auger-Aliassime aktuell als Nummer vier der Weltrangliste geführt wird und damit vor Djokovic (Nummer acht) steht, sprechen die Wettquoten eine klare Sprache.
Für einen Sieg von Novak Djokovic werden überwiegend Quoten um 1,55 bis 1,65 angeboten. Ein Erfolg des Kanadiers liegt dagegen meist im Bereich von 2,40 bis 2,60.
Diese Einschätzung überrascht nicht. Wimbledon ist seit Jahren das erfolgreichste Grand-Slam-Turnier des Serben. Seine Erfahrung auf Rasen, seine außergewöhnliche Matchhärte und seine Fähigkeit, gerade in den entscheidenden Momenten sein bestes Tennis abzurufen, genießen bei den Buchmachern weiterhin enormes Vertrauen.
Direkter Vergleich (Head-to-Head)
Auch der direkte Vergleich spricht für Novak Djokovic.
Der Serbe gewann den Großteil der bisherigen Duelle gegen Felix Auger-Aliassime. Besonders bei den großen Turnieren zeigte Djokovic regelmäßig, warum er einer der schwierigsten Gegner überhaupt ist. Zwar konnte der Kanadier einzelne Achtungserfolge feiern und sich im Laufe seiner Karriere stetig steigern, insgesamt besitzt Djokovic jedoch weiterhin klare Vorteile im Head-to-Head.
Vor allem auf Grand-Slam-Ebene ist die Erfahrung des Serben ein entscheidender Faktor. Djokovic weiß genau, wie man über Best-of-Five-Matches hinweg Lösungen findet und sich auch aus schwierigen Situationen befreit.
Prognose und Wett-Tipp: Mindestens vier Sätze im Match!
Rein spielerisch dürfte dieses Viertelfinale zu den attraktivsten Begegnungen der zweiten Turnierwoche gehören. Auger-Aliassime verfügt über das nötige Tempo, den starken Aufschlag und die Athletik, um Djokovic ernsthaft unter Druck zu setzen.
Dennoch spricht vieles dafür, dass der Serbe erneut einen Weg finden wird. Seine bisherigen Leistungen in Wimbledon waren konstant hochklassig, während Auger-Aliassime nach dem kräftezehrenden Fünf-Satz-Match gegen Davidovich Fokina möglicherweise nicht mehr ganz frisch auf den Court kommt.
Ein klarer Dreisatzsieg erscheint allerdings eher unwahrscheinlich. Der Kanadier besitzt genügend Qualität, um mindestens einen Satz für sich zu entscheiden. Gleichzeitig spricht die enorme Erfahrung von Djokovic dafür, dass er sich über die lange Distanz durchsetzen wird.
Die interessanteste Wettoption ist daher nicht der reine Sieger-Tipp, sondern ein Match mit mindestens vier Sätzen.
- Wett-Tipp: Über 3,5 Sätze im Match
- Empfohlene Quote: ca. 1,90
Diese Wette kombiniert mehrere Faktoren: Auger-Aliassime spielt bislang ein starkes Wimbledon-Turnier, verfügt über die nötigen Waffen für Satzgewinne und dürfte Djokovic phasenweise große Probleme bereiten. Gleichzeitig spricht die außergewöhnliche Grand-Slam-Erfahrung des Serben dafür, dass er sich letztlich durchsetzt.
Ein Vier- oder sogar Fünf-Satz-Match erscheint deshalb als das wahrscheinlichste Szenario und bietet mit einer Quote von rund 1,90 ein attraktives Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag.
