
Mit dem ATP Masters in Montreal beginnt die heiße Phase der Hartplatzsaison in Nordamerika. In der 1. Runde kommt es dabei zu einem interessanten Duell zwischen dem erfahrenen Jan-Lennard Struff und dem aufstrebenden US-Amerikaner Alex Michelsen. Gespielt wird am 03.08.2026, die genaue Anfangszeit steht allerdings noch nicht fest. Aufgrund des Zeitunterschieds könnte die Partie aus deutscher Sicht sogar erst in der Nacht von Montag auf Dienstag beginnen.
Auf den ersten Blick spricht vieles für Michelsen, der sich in den vergangenen Wochen in hervorragender Form präsentiert hat und bereits bestens an die nordamerikanischen Hartplätze angepasst ist.
Dennoch sollte man Struff keinesfalls unterschätzen. Der Warsteiner hat mit seinem sensationellen Wimbledon-Lauf eindrucksvoll bewiesen, dass er auch mit 36 Jahren noch auf höchstem Niveau mithalten kann. Die Voraussetzungen versprechen somit ein spannendes Erstrundenmatch.
Struff vs. Michelsen: Ausgangslage vor dem Match
Die Rollen vor dieser Begegnung sind klar verteilt. Alex Michelsen geht als Favorit in die Partie und wird von den Buchmachern entsprechend deutlich vorne gesehen. Das kommt nicht überraschend, schließlich befindet sich der Amerikaner bereits seit mehreren Wochen auf der nordamerikanischen Hartplatz-Tour und konnte dort wertvolle Matchpraxis sammeln.
Für Jan-Lennard Struff ist die Situation dagegen etwas schwieriger. Nach seinem starken Wimbledon-Turnier wechselte der Deutsche zunächst noch einmal auf Sand und trat in Kitzbühel an. Dort war allerdings bereits in der zweiten Runde Schluss. Nun erfolgt erneut die Umstellung auf Hartplatz – keine einfache Aufgabe, zumal Montreal direkt ein ATP-Masters-Event mit entsprechend hoher Konkurrenz ist.
Allerdings gehört Hartplatz durchaus zu den Belägen, auf denen Struffs druckvoller Spielstil hervorragend funktionieren kann. Mit seinem starken ersten Aufschlag und den flachen Grundschlägen kann der Deutsche auch favorisierte Gegner vor Probleme stellen, wenn er seinen Rhythmus findet.
Struffs Form: Wimbledon sorgt für neues Selbstvertrauen
Noch vor wenigen Wochen hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass Jan-Lennard Struff bei Wimbledon bis ins Viertelfinale marschieren würde. Doch genau das gelang dem Deutschen mit mehreren starken Leistungen gegen hochklassige Gegner.
Erst der spätere Turniersieger Jannik Sinner konnte Struffs beeindruckenden Lauf stoppen. Dieses Resultat dürfte dem Deutschen enorm viel Selbstvertrauen gegeben haben. Gerade auf schnellen Belägen zeigte sich einmal mehr, wie gefährlich sein aggressiver Spielstil sein kann. Gelingt es ihm, viele freie Punkte über den Aufschlag zu erzielen und früh die Initiative in den Ballwechseln zu übernehmen, ist Struff nach wie vor ein äußerst unangenehmer Gegner.
Der anschließende Abstecher nach Kitzbühel verlief dagegen weniger erfolgreich. Das frühe Aus auf Sand dürfte allerdings nicht überbewertet werden. Zum einen liegt Struffs Fokus klar auf den schnellen Belägen, zum anderen diente das Turnier eher dazu, Spielpraxis zu sammeln.
Entscheidend wird nun sein, wie schnell sich der Deutsche wieder an die Hartplätze in Nordamerika gewöhnt. Findet er früh seinen Aufschlag, besitzt er durchaus die Qualität, Michelsen längere Zeit Paroli zu bieten.
Michelsen reist mit viel Rückenwind nach Montreal
Alex Michelsen gehört inzwischen zu den spannendsten jungen Spielern auf der ATP-Tour. Der US-Amerikaner hat seine Entwicklung in den vergangenen Monaten eindrucksvoll fortgesetzt und kommt mit einer ganzen Serie starker Ergebnisse nach Kanada.
Besonders beeindruckend war sein Triumph beim Challenger-Turnier in Bloomfield Hills. Dort sammelte Michelsen nicht nur einen Titel, sondern vor allem zusätzliches Selbstvertrauen auf Hartplatz. Anschließend bestätigte er seine gute Form auch beim ATP-Turnier in Washington.
Dort erreichte der Amerikaner das Viertelfinale und verlangte sogar Taylor Fritz alles ab. Erst nach drei engen Sätzen musste sich Michelsen geschlagen geben. Diese Leistung unterstreicht, dass sich seine Formkurve weiterhin nach oben entwickelt.
Ein weiterer Vorteil spricht ebenfalls klar für den US-Amerikaner: Er befindet sich bereits seit längerer Zeit in Nordamerika und kennt die Bedingungen bestens. Während Struff erst wieder auf Hartplatz umstellen muss, ist Michelsen bereits voll im Rhythmus.
Struff vs. Michelsen: Direkter Vergleich (Head-to-Head)
Im direkten Vergleich steht es 1:0 für Alex Michelsen.
Das bislang einzige offizielle Duell fand im April 2026 beim Masters in Madrid statt. Auf Sand dominierte der Amerikaner die Begegnung überraschend deutlich und setzte sich mit 6:2 und 6:1 durch. Struff hatte damals kaum eine Chance und fand nie richtig in die Partie.
Allerdings sollte dieses Ergebnis nicht überbewertet werden. Madrid wurde auf Sand gespielt, während nun Hartplatz auf dem Programm steht. Die Bedingungen kommen Struffs Spielweise deutlich stärker entgegen. Sein druckvoller Aufschlag und die schnellen ersten Schläge entfalten auf Hartplatz wesentlich mehr Wirkung als auf Sand.
Deshalb dürfte die Begegnung diesmal deutlich enger verlaufen als das klare Ergebnis aus Madrid vermuten lässt.
Wettquoten: Michelsen bleibt der klare Favorit
Die Buchmacher sehen Alex Michelsen erwartungsgemäß in der Favoritenrolle.
Die durchschnittlichen Wettquoten liegen aktuell ungefähr bei:
- Sieg Alex Michelsen: 1,33
- Sieg Jan-Lennard Struff: 3,30
Diese Einschätzung ist aufgrund der jüngsten Ergebnisse nachvollziehbar. Michelsen befindet sich in starker Form, hat bereits mehrere Wochen auf Hartplatz gespielt und reist mit viel Selbstvertrauen nach Montreal.
Dennoch erscheinen die Quoten auf einen klaren Sieg des Amerikaners relativ niedrig. Struff bringt genügend Qualität mit, um das Match deutlich ausgeglichener zu gestalten, als es die Siegquoten vermuten lassen.
Gerade auf schnellen Hartplätzen entscheidet häufig der Aufschlag. Struff besitzt nach wie vor einen der druckvollsten ersten Aufschläge auf der Tour und kann damit auch gegen einen Favoriten viele enge Spiele erzwingen.
Prognose und Wett-Tipp: Mehr als 22,5 Spiele
Natürlich spricht vieles für einen Sieg von Alex Michelsen. Der Amerikaner präsentiert sich seit Wochen in hervorragender Verfassung und dürfte körperlich sowie spielerisch optimal auf dieses Turnier vorbereitet sein.
Dennoch spricht einiges dafür, dass Struff die Partie deutlich enger gestalten kann als beim bisherigen direkten Vergleich. Sein Wimbledon-Viertelfinale hat gezeigt, dass er auf schnellen Belägen weiterhin absolut konkurrenzfähig ist. Zudem dürfte ihm der Hartplatz wesentlich besser liegen als der Sand in Madrid.
Da beide Spieler über starke Aufschläge verfügen, sind mehrere enge Servicegames und mindestens ein Tiebreak keineswegs ausgeschlossen. Selbst wenn Michelsen seiner Favoritenrolle gerecht wird, erscheint ein Ergebnis wie 7:6, 6:4 oder sogar ein Dreisatzmatch durchaus realistisch.
- Unser Wett-Tipp lautet daher: Über 22,5 Spiele im Match.
- Empfohlene Quote: ca. 1,95
Diese Wette bietet einen guten Mittelweg zwischen Risiko und Value. Sie berücksichtigt die starke Form Michelsens, gleichzeitig aber auch Struffs Qualitäten auf Hartplatz sowie sein neu gewonnenes Selbstvertrauen nach dem starken Wimbledon-Auftritt. Viel spricht dafür, dass der Deutsche zumindest phasenweise gut mithalten kann und die Zuschauer in Montreal ein umkämpftes Erstrundenmatch erleben.
