Vollgas, Wackler, Spektakel – dieses Topspiel bringt schon vor dem Anpfiff reichlich Spannung mit. Der VfB Stuttgart empfängt am Samstagabend Borussia Dortmund, und beide Mannschaften liefern bislang Argumente für ein torreiches Duell. Stuttgart hat offensiv Qualität, leistet sich defensiv aber weiterhin zu viele offene Momente. Dortmund dagegen steht nach drei Bundesliga-Spielen bei neun Punkten, doch die perfekte Bilanz erzählt nur die halbe Wahrheit.
Auch beim 3:0 gegen Paderborn war der BVB lange alles andere als dominant. Mit Nico Schlotterbeck ist dafür ein enorm wichtiger Führungsspieler zurück – und möglicherweise steht auch Konstantinos Karetsas wieder zur Verfügung.
Ausgangslage: Perfekter BVB trifft auf angeschlagenen VfB
Anstoß in der MHPArena ist am Samstag (19. September 2026) um 18:30 Uhr. Überraschend ist die Quotenverteilung: Einige Buchmacher sehen Stuttgart trotz des schwächeren Saisonstarts sogar leicht vorne. Für einen VfB-Sieg werden ungefähr 2,25 bis 2,30 angeboten, Dortmund liegt eher bei 2,75 bis 2,80, das Remis bei rund 3,80.
Das zeigt, wie viel Respekt der Markt vor dem Stuttgarter Heimvorteil und diesem speziellen Match-up hat. Der BVB hat schließlich nur eines der vergangenen acht Duelle mit dem VfB gewonnen.
Tabellarisch spricht dagegen alles für Dortmund. Drei Ligaspiele, drei Siege – besser kann ein Start nicht aussehen. Stuttgart steht nach dem 1:2 in Hoffenheim bei drei Punkten aus drei Bundesliga-Partien und muss aufpassen, nicht früh den Anschluss an die oberen Plätze zu verlieren.
Formcheck VfB Stuttgart: Vorne gefährlich, hinten zu offen
Stuttgarts Saison ist bislang ein Wechselbad. Zum Auftakt setzte es ein heftiges 1:5 beim FC Bayern. Danach zeigte die Mannschaft von Sebastian Hoeneß beim 4:1 gegen Köln eine starke Reaktion. Auch in der Champions League gegen Viking Stavanger überzeugte der VfB beim 3:1, Ermedin Demirović erzielte dabei einen Hattrick.
Umso enttäuschender war das 1:2 in Hoffenheim. Stuttgart hatte gute Phasen und ausreichend Möglichkeiten, ließ sich aber zweimal nach Ballverlusten viel zu einfach auskontern. Genau diese fehlende Absicherung und die Defensivlücken wurden nach der Partie zum zentralen Kritikpunkt.

Das ist vor dem BVB-Spiel der Knackpunkt. Dortmund besitzt mit Guirassy, Fábio Silva und den schnellen Spielern dahinter exakt die Qualität, um solche offenen Räume zu bestrafen. Andererseits hat Stuttgart in den drei Pflichtspielen vor Hoffenheim insgesamt acht Tore erzielt. Offensiv muss sich der VfB gegen Dortmund keineswegs verstecken.
Formcheck Borussia Dortmund: Die Ergebnisse sind besser als die Auftritte
Beim BVB stimmt bislang vor allem eines: die Ausbeute. Nach dem 2:0 gegen den HSV folgten das spektakuläre 3:2 in Hoffenheim nach 0:2-Rückstand und nun das 3:0 gegen Paderborn.
Gerade das jüngste Ergebnis war deutlich klarer als der Spielverlauf. Fábio Silva traf zwar schon in der fünften Minute, anschließend hielt Paderborn die Partie aber lange offen. Erst Felix Nmecha entschied das Spiel mit seinen Treffern in der 80. und 89. Minute endgültig. Zwei weitere Dortmunder Treffer waren zuvor wegen Abseits aberkannt worden.
Das ist gleichzeitig Stärke und Warnsignal. Dortmund gewinnt momentan auch Spiele, in denen längst nicht alles funktioniert. Gegen einen offensiv wesentlich stärkeren Gegner wie Stuttgart dürften solche schwächeren Phasen aber gefährlicher werden.
Sehr positiv ist das Comeback von Nico Schlotterbeck. Nach 84 Tagen Verletzungspause stand der Innenverteidiger gegen Paderborn sofort als Kapitän in der Startelf, gewann 73 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte 94 Prozent seiner Pässe an. Nach 76 Minuten war planmäßig Schluss. In Stuttgart dürfte er erneut eine zentrale Rolle spielen.
Auch bei Karetsas gibt es Hoffnung. Nach seinen Kreislaufproblemen gegen Villarreal ergaben die Untersuchungen keine Auffälligkeiten. Er ist wieder ins Training eingestiegen; ein Einsatz in Stuttgart ist möglich, aber Stand jetzt noch nicht endgültig bestätigt.
Matchanalyse: Beide Mannschaften bieten Räume an
Dieses Duell schreit nach Toren. Stuttgart hat in mehreren bisherigen Pflichtspielen gezeigt, dass die Offensive funktioniert, defensiv aber gleichzeitig große Räume entstehen. Dortmund wiederum verfügt über genügend individuelle Klasse, um selbst in schwächeren Phasen Treffer zu erzwingen.
Für den VfB spricht der Heimvorteil und die starke jüngere Bilanz gegen den BVB. Gegen Stuttgart spricht aus Dortmunder Sicht allerdings die aktuelle Anfälligkeit der Schwaben nach Ballverlusten. Genau dort ist die Mannschaft von Niko Kovač besonders gefährlich.
Die üblichen Torwetten sind deshalb bereits extrem niedrig quotiert. Über 2,5 Tore liegt nur ungefähr bei 1,36, „Beide Teams treffen“ sogar bei etwa 1,33. Über 3,5 Tore bringt immerhin rund 1,87.
Noch besser gefällt uns jedoch eine Wette, die ausschließlich auf Dortmunds Offensive setzt.
Wett-Tipp und Prognose: Der BVB trifft mindestens doppelt
Für über 1,5 Dortmunder Teamtore werden aktuell ungefähr 1,83 angeboten. Das ist angesichts der Stuttgarter Defensivprobleme interessant.
Der BVB muss dafür nicht gewinnen. Selbst ein 2:2 würde reichen – und genau ein solcher Spielverlauf erscheint uns durchaus realistisch. Stuttgart sollte zuhause selbst zu Chancen kommen, wird gegen Guirassy, Silva und Co. aber kaum 90 Minuten ohne Fehler bleiben.
- Unser Wett-Tipp: Borussia Dortmund erzielt über 1,5 Tore
- Empfohlene Quote: ca. 1,83
Wir rechnen mit einem offenen Topspiel, in dem beide Teams ihre offensiven Qualitäten zeigen. Unser bevorzugtes Ergebnisszenario ist ein 2:2 oder ein knapper 3:2-Erfolg für Dortmund. Die weiße Weste des BVB könnte erstmals einen Fleck bekommen – zwei Dortmunder Treffer halten wir trotzdem für sehr wahrscheinlich.

