Nach einem wilden Saisonstart scheint der 1. FC Heidenheim inzwischen genau die Stabilität gefunden zu haben, die eine Mannschaft von Frank Schmidt normalerweise auszeichnet. Auf die beiden torreichen Heimsiege gegen Osnabrück und Dresden sowie die deutliche Niederlage bei Hertha folgten zuletzt zwei knappe 1:0-Erfolge. Plötzlich steht hinten die Null – und der FCH ist bis auf Rang drei geklettert.
Am Sonntag (20. September 2026) wartet nun Arminia Bielefeld. Der DSC ist seit drei Spielen sieglos und musste sich zuletzt sogar dem zuvor noch sieglosen Darmstadt geschlagen geben.
Ausgangslage: Heidenheim plötzlich mittendrin im Aufstiegsrennen
Anstoß in der SchücoArena ist am Sonntag um 13:30 Uhr. Nach fünf Spieltagen steht Heidenheim bereits bei zwölf Punkten. Vier der fünf Ligaspiele hat der Bundesliga-Absteiger gewonnen, lediglich beim Tabellenführer Hertha BSC setzte es mit 1:4 eine Niederlage.
Bielefeld kommt dagegen erst auf vier Zähler. Nach dem 3:0 gegen Energie Cottbus am zweiten Spieltag schien die Arminia zunächst gut in der neuen Saison angekommen zu sein. Seitdem folgten jedoch ein 1:4 in Nürnberg, ein 2:2 gegen St. Pauli und zuletzt das 1:2 in Darmstadt.
Umso bemerkenswerter ist die Quotenverteilung. Die Buchmacher sehen Bielefeld aufgrund des Heimvorteils sogar leicht vorne. Für einen Heimsieg werden ungefähr 2,00 bis 2,05 angeboten, während ein Auswärtserfolg Heidenheims je nach Anbieter bei rund 3,20 bis 3,30 liegt. Das Remis bewegt sich ungefähr zwischen 3,70 und 3,90.
Formcheck Arminia Bielefeld: Der gute Start ist verpufft
Bei Bielefeld zeigt die Formkurve derzeit klar nach unten.
Dabei hatte die Mannschaft durchaus Hoffnung gemacht. Nach der knappen 1:2-Niederlage in Karlsruhe wurde Cottbus zuhause mit 3:0 geschlagen. Seitdem funktioniert insbesondere die Defensive allerdings nicht mehr zuverlässig.
Beim 1:4 in Nürnberg war die Arminia gegen die starke FCN-Offensive deutlich unterlegen. Gegen St. Pauli zeigte die Mannschaft anschließend zwar Moral und ging zweimal in Führung, musste sich letztlich aber mit einem 2:2 zufriedengeben. Jannik Rochelt und Joel Grodowski erzielten die Bielefelder Treffer.

Auch in Darmstadt lief es nicht besser. Bereits nach drei Minuten geriet Bielefeld nach einem Fehler im Spielaufbau in Rückstand. Marius Wörl gelang nach der Pause zwar der Ausgleich, doch ein Handelfmeter kurz vor Schluss bescherte den Lilien den 2:1-Sieg. Besonders überzeugend war die offensive Ausbeute nicht: Der DSC kam laut Bundesliga-Daten lediglich auf 0,83 Expected Goals.
Damit hat Bielefeld vier seiner fünf Ligaspiele nicht gewonnen. Zudem kassierte die Arminia in vier Partien mindestens zwei Gegentreffer. Vor dem Duell mit einem zunehmend selbstbewussten Heidenheimer Team ist das keine ideale Ausgangslage.
Formcheck 1. FC Heidenheim: Frank Schmidt stabilisiert die Defensive
Ganz anders sieht es beim FCH aus.
Heidenheims Saison begann spektakulär. Das 4:3 gegen Osnabrück und das 5:3 gegen Dresden lieferten zwar sechs Punkte, offenbarten gleichzeitig aber gewaltige defensive Probleme. Dazwischen verlor die Mannschaft bei Hertha sogar mit 1:4. Nach drei Spielen standen damit bereits zehn Gegentore zu Buche.
Seitdem hat sich das Bild komplett verändert.
Bei Greuther Fürth gewann Heidenheim mit 1:0 und blieb erstmals ohne Gegentor. Am vergangenen Sonntag folgte gegen Holstein Kiel das nächste 1:0. Lange tat sich der FCH offensiv schwer, erhöhte nach der Pause aber den Druck und belohnte sich schließlich in der 83. Minute: Jonas Föhrenbach köpfte nach einer Ecke den Siegtreffer.
Es waren zwei typische Heidenheimer Siege: nicht spektakulär, aber geduldig und effizient. Genau diese Fähigkeit hatte in den ersten Saisonwochen noch gefehlt.
Bemerkenswert ist die Entwicklung vor allem defensiv. Nach zehn Gegentoren aus den ersten drei Partien ließ der FCH in den vergangenen 180 Ligaminuten überhaupt keinen Treffer mehr zu. Aus einem wilden Offensivteam ist innerhalb weniger Wochen wieder eine deutlich kontrolliertere Mannschaft geworden.
Matchanalyse: Warum wir den Buchmachern widersprechen
Natürlich darf Bielefelds Heimvorteil nicht unterschätzt werden. Der DSC gewann zuhause gegen Cottbus deutlich und holte gegen St. Pauli immerhin einen Punkt. Zudem hat Heidenheim bei seinem bislang einzigen Auswärtsspiel gegen ein echtes Spitzenteam – dem 1:4 bei Hertha – klare Grenzen aufgezeigt bekommen.
Trotzdem überrascht uns, dass der FCH bei den Quoten als Außenseiter geführt wird.
Heidenheim hat vier von fünf Ligaspielen gewonnen, kommt mit drei Siegen in Serie nach Bielefeld und hat defensiv zuletzt zweimal zu null gespielt. Bielefeld wartet dagegen seit drei Partien auf einen Sieg und kassiert momentan regelmäßig zwei oder mehr Gegentreffer.
Vor allem die Entwicklung des FCH gefällt uns. Frank Schmidt hat nach dem wilden Saisonstart offensichtlich die richtige Balance gefunden. Die Mannschaft muss nicht mehr fünf Tore erzielen, um ein Spiel zu gewinnen.
Wett-Tipp und Prognose: Heidenheims Siegeserie geht weiter
Bielefeld dürfte zuhause aggressiv beginnen und versuchen, den zuletzt sehr kontrolliert auftretenden FCH aus seiner Komfortzone zu bringen. Über 90 Minuten sehen wir momentan aber mehr Argumente bei den Gästen.
Heidenheim wirkt stabiler, besitzt das größere Selbstvertrauen und hat gezeigt, dass die Mannschaft inzwischen auch enge Spiele für sich entscheiden kann. Die vergleichsweise hohe Auswärtsquote macht diese Partie besonders interessant.
- Unser Wett-Tipp: Sieg 1. FC Heidenheim
- Empfohlene Quote: 3,36
Die Quoten sehen Bielefeld vorne, die aktuelle Form spricht für uns jedoch deutlich stärker für Heidenheim. Sollte der FCH seine neu gewonnene defensive Stabilität erneut auf den Platz bekommen, stehen die Chancen gut, dass die Mannschaft von Frank Schmidt auch auf der Alm den nächsten Dreier holt.


