Wie lange soll diese Durststrecke eigentlich noch dauern? Beim FC St. Pauli wird die Suche nach einem Pflichtspielsieg langsam zur Geduldsprobe. Seit dem 1:0 in Hoffenheim am 28. Februar haben die Hamburger kein Pflichtspiel mehr gewonnen – inzwischen sind es 188 Tage. Auch nach dem Bundesliga-Abstieg hat sich daran nichts geändert. Vier Zweitliga-Spiele, drei Unentschieden, eine Niederlage: Der Fehlstart ist perfekt.
Ausgerechnet am Samstagabend um 20:30 Uhr wartet nun im Topspiel mit dem VfL Wolfsburg einer der großen Aufstiegsfavoriten. Doch auch bei den Wölfen ist nach dem absurden 4:4 gegen Cottbus längst nicht alles so stabil, wie es die noch immer ungeschlagene Bilanz vermuten lässt.
Ausgangslage: Zwei Absteiger mit völlig unterschiedlichen Sorgen
St. Pauli steht nach vier Spieltagen erst bei drei Punkten. Besonders bitter: Auch gegen Arminia Bielefeld reichte es am Freitagabend nur zu einem 2:2. Immerhin zeigte die Mannschaft von Marcel Rapp Moral und glich zweimal einen Rückstand aus. Trainer und Spieler bemängelten anschließend aber erneut die zu einfache Fehlerquote in der Defensive und die fehlende Konsequenz vor dem gegnerischen Tor.
Wolfsburg steht mit acht Punkten wesentlich besser da und ist in der Liga noch ungeschlagen. Nach dem 0:0 gegen Kaiserslautern folgten ein 1:0 in Hannover und ein spektakuläres 5:2 in Karlsruhe. Eigentlich schien der VfL damit immer besser in Fahrt zu kommen.
Dann kam Cottbus.
Das 4:4 gegen den Aufsteiger muss sich für die Wolfsburger fast wie eine Niederlage angefühlt haben. Wer zuhause bereits mit 3:0 führt und trotzdem nicht gewinnt, kann mit dem Ergebnis unmöglich zufrieden sein.
Formcheck St. Pauli: Die Leistungen sind besser als die Ergebnisse
Ganz so schlecht, wie die lange Sieglos-Serie klingt, spielt St. Pauli nicht. Das macht die Situation fast noch frustrierender.
Die bisherigen Ligaresultate lauten 1:1 gegen Fürth, 2:2 in Kiel, 1:2 gegen Kaiserslautern und 2:2 in Bielefeld. Es fehlt also weniger an kompletten Zusammenbrüchen als an der Fähigkeit, enge Spiele auf die eigene Seite zu ziehen.

In Bielefeld gelang immerhin zweimal der Ausgleich. Taichi Hara und Abdoulie Ceesay trafen für die Hamburger. Trotzdem bleibt St. Pauli mittlerweile der einzige Erst- oder Zweitligist, der in dieser Saison noch kein Pflichtspiel gewonnen hat.
Am Millerntor dürfte die Erwartungshaltung entsprechend hoch sein. Gegen Wolfsburg muss endlich dieses Gefühl entstehen, dass die Mannschaft einen Gegner nicht nur beschäftigen, sondern auch tatsächlich schlagen kann.
Formcheck Wolfsburg: Offensiv stark, defensiv plötzlich vogelwild
Wolfsburgs Saison ist fast das Gegenstück. Der Bundesliga-Absteiger ist noch ungeschlagen und hat mit seinem individuell hervorragend besetzten Kader bereits gezeigt, warum er zu den großen Aufstiegskandidaten gehört.
Offensiv wird der VfL zunehmend gefährlicher. Auf das 1:0 in Hannover folgten fünf Treffer beim KSC und vier weitere gegen Cottbus.
Neun Tore in zwei Spielen sind eine Ansage.
Das Problem: Gegen Cottbus kassierte Wolfsburg eben auch vier. Robert Glatzel traf zweimal, Vinícius Souza erhöhte zwischenzeitlich auf 2:0 und bereits nach 34 Minuten stand es 3:0. Trotzdem ließ der VfL den Gegner wieder ins Spiel kommen. Selbst das zwischenzeitliche 4:3 durch Mattias Svanberg reichte nicht, weil Cottbus in der Nachspielzeit zum 4:4 traf. Die späte Gelb-Rote Karte gegen Mathys Angély machte die Sache zusätzlich unnötig kompliziert.
Für Trainer Tobias Strobl muss dieses Spiel ein Warnschuss sein. Ein Aufstiegskandidat darf eine 3:0-Führung zuhause nicht derart leichtfertig hergeben.
Matchanalyse: Offenes Visier auf beiden Seiten?
Die Buchmacher sehen Wolfsburg trotz des Auswärtsspiels leicht vorne. Der VfL-Sieg wird aktuell ungefähr bei 2,30 bis 2,35 gehandelt, während St. Pauli bei rund 2,70 liegt. Bemerkenswert ist aber vor allem der Tor-Markt: „Beide Teams treffen“ liegt nur um 1,50, mindestens vier Treffer werden deutlich attraktiver mit Quoten oberhalb von 2,20 angeboten.
Genau dort setzen wir an.
St. Pauli hat in jedem seiner vier Zweitliga-Spiele mindestens einmal getroffen, gleichzeitig aber noch kein einziges Spiel zu null beendet. Wolfsburg bringt aktuell enorme offensive Qualität mit, hat gegen Karlsruhe und Cottbus zusammen neun Tore erzielt, aber zuletzt erschreckende defensive Nachlässigkeiten gezeigt.
Dazu kommt die Spielsituation: St. Pauli braucht endlich einen Sieg und kann sich zuhause kaum 90 Minuten hinten verschanzen. Wolfsburg wiederum dürfte nach dem verspielten 3:0 besonders darauf aus sein, offensiv früh ein Zeichen zu setzen.
Wett-Tipp und Prognose: Insgesamt vier Tore oder mehr!
Einen Wolfsburger Sieg können wir uns gut vorstellen. Nach dem Cottbus-Spiel fehlt uns aber die defensive Stabilität, um den Auswärtsfavoriten bei einer Quote um 2,30 bedenkenlos zu spielen.
Deutlich interessanter erscheint uns deshalb das nächste Tor-Level. Vier Treffer sind ambitioniert, passen aber hervorragend zu den aktuellen Entwicklungen beider Teams.
- Unser Wett-Tipp: Über 3,5 Tore
- Empfohlene Quote: 2,32 bei RoosterBet
St. Pauli wird am Millerntor alles daran setzen, die endlose Sieglos-Serie endlich zu beenden. Wolfsburg besitzt jedoch die Qualität, jeden Fehler zu bestrafen. Wir rechnen mit einem wilden Samstagabend und sehen ein 2:2 oder einen 3:2-Auswärtssieg der Wölfe als sehr plausible Szenarien.


