Zum Abschluss des zweiten Bundesliga-Spieltags empfängt Austria Wien den amtierenden Meister und Pokalsieger aus Linz. Während der LASK mit einem souveränen 3:0-Erfolg gestartet ist, mussten die Violetten in Wolfsberg eine deutliche Niederlage hinnehmen. Dazu kommt die unterschiedliche Vorbereitung auf das direkte Duell: Austria tritt am Donnerstag in Rumänien gegen Beitar Jerusalem an, der LASK kann sich mit einer vollständigen Trainingswoche auf das Ligaspiel konzentrieren.
Ausgangslage: Austria nach dem Fehlstart sofort gefordert
Austria Wien verlor am ersten Spieltag mit 0:3 beim Wolfsberger AC. Zwei Gegentore fielen zwar nach Elfmetern, dennoch war die Niederlage nicht allein auf diese Situationen zurückzuführen. Die Mannschaft von Stephan Helm brachte offensiv kaum Gefahr auf und ließ im eigenen Spiel die notwendige Präzision und Durchschlagskraft vermissen. Auch Helm bezeichnete den Auftritt anschließend als deutlich zu wenig.
Dabei war die Austria zuvor erfolgreich in die Pflichtspielsaison gestartet. In der Conference-League-Qualifikation setzte sie sich zweimal gegen Liepāja durch, im ÖFB-Cup folgte ein 5:0 beim Wiener Sport-Club. Das 0:3 in Wolfsberg war somit der erste größere Rückschlag – allerdings einer, der an die defensiven Probleme aus Teilen der Vorsaison erinnerte.
Der LASK bestätigte dagegen sofort seine Favoritenstellung. Das Team von Dietmar Kühbauer dominierte den Grazer AK beim 3:0 über weite Strecken. Samuel Adeniran erzielte zwei Tore, Christoph Lang sorgte in der Schlussphase für die Entscheidung. Die Linzer wirkten sowohl in ihrer Grundordnung als auch im Pressing wesentlich eingespielter als ihr Gegner.
Formcheck: LASK setzt seine starke Serie fort
Austria gewann vor der Auftaktniederlage drei Pflichtspiele nacheinander und erzielte dabei zehn Tore. Die Erfolge gegen Liepāja und den Wiener Sport-Club sollten wegen der niedrigeren Qualität der Gegner jedoch nicht überbewertet werden. In Wolfsberg gelang es den Wienern erstmals in dieser Saison nicht, ihre Ballbesitzphasen in klare Torchancen zu verwandeln.
Beim LASK ist die Form noch stärker. Vor dem 3:0 gegen den GAK gewannen die Oberösterreicher im Cup mit 7:0 in Kalsdorf. Die letzten drei Ligaspiele der vergangenen Saison wurden ebenfalls gewonnen, darunter das 3:0 bei Austria Wien, mit dem die Linzer den Meistertitel perfekt machten.
Auch personell besitzt Kühbauer zahlreiche Möglichkeiten. Adeniran und Lang überzeugten zum Auftakt in der Offensive, während Krystof Danek hinter den Spitzen für Bewegung sorgte. Mit Moses Usor, Alessandro Schöpf und Melayro Bogarde kamen weitere erfahrene Alternativen von der Bank. Lediglich Ramiz Harakate fällt nach einem Kreuzbandriss langfristig aus.
Taktische Analyse: Linzer Pressing dürfte Austria Probleme bereiten
Beide Mannschaften dürften mit einer Dreierkette beginnen. Austria muss diesmal jedoch mehr Lösungen gegen aggressives Pressing finden. Beim WAC gerieten die Violetten unter körperlichem Druck häufig in unpräzise Aktionen und fanden nur selten einen Weg durch das kompakte Zentrum. Johannes Eggestein hing dadurch über weite Strecken in der Luft.
Genau hier besitzt der LASK einen klaren Ansatz. Die Linzer attackierten den GAK früh, gewannen Bälle in günstigen Räumen und brachten ihre beweglichen Offensivspieler schnell in Abschlusspositionen. Über George Bello und Oliver Jørgensen kann der Meister zudem die Räume hinter Austrias aufrückenden Außenbahnspielern angreifen.
Die Reise nach Ploiești könnte sich ebenfalls bemerkbar machen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Austria körperlich einbricht. Der deutlich kürzere Vorbereitungszeitraum erschwert es Helm aber, umfassend an den Problemen des ersten Spieltags zu arbeiten.
Austria Wien gegen Linzer ASK: Direkter Vergleich (H2H)
Der jüngere direkte Vergleich spricht eindeutig für die Gäste. Der LASK ist seit vier Ligaduellen gegen Austria Wien ungeschlagen und gewann drei dieser Begegnungen. Auf ein 2:1 in Linz folgten ein 2:2 in Wien sowie zwei klare Linzer Erfolge mit 4:1 und 3:0.
Besonders relevant ist das jüngste Aufeinandertreffen. Am letzten Spieltag der Vorsaison gewann der LASK mit 3:0 in der Generali-Arena und sicherte sich damit die Meisterschaft. Insgesamt erzielten die Linzer in den vergangenen vier Duellen elf Tore. Trotz des inzwischen veränderten Personals zeigt diese Serie, dass Austria mit der Spielweise des LASK wiederholt erhebliche Probleme hatte.
Wettquoten: Linzer ASK als Auswärtsfavorit gehandelt
Die Buchmacher sehen den Double-Sieger vorne, erwarten aber keine einseitige Begegnung. Für einen Heimsieg der Austria bewegen sich die überprüften Quoten zwischen 3,00 und 3,40. Ein Unentschieden wird mit 3,30 bis 3,55 bewertet. Für einen Auswärtssieg des LASK sind Quoten zwischen 1,94 und 2,21 erhältlich.
Die Favoritenquote bleibt damit ungewöhnlich attraktiv. Bei 22bet steht der Linzer Auswärtssieg aktuell bei 2,10. Eine zusätzliche Torwette ist für den Haupttipp nicht erforderlich, weil der einfache Sieger-Tipp bereits deutlich oberhalb der geforderten Mindestquote liegt.
Austria verfügt über genügend Qualität, um vor eigenem Publikum eine Reaktion zu zeigen. Zudem könnte ein erfolgreiches Europacupspiel gegen Beitar neues Selbstvertrauen freisetzen. Die Voraussetzungen vor diesem Duell sprechen trotzdem klarer für den LASK. Der Meister überzeugte beim 3:0 gegen den GAK mit einer eingespielten Grundordnung, hohem Druck und mehreren gefährlichen Offensivspielern. Austria muss dagegen innerhalb weniger Tage reisen, regenerieren und die Probleme aus der Wolfsberg-Partie aufarbeiten. Auch der direkte Vergleich fällt mit drei Linzer Siegen und einem Remis aus den vergangenen vier Begegnungen deutlich aus. Wir erwarten daher, dass der LASK Austrias Aufbau früh unter Druck setzt und seine Vorteile in den Umschaltmomenten nutzt. Der Auswärtssieg bleibt wegen Austrias Heimvorteil eine chancenorientierte Wette, ist zu diesem Kurs aber gut begründbar. Wir tippen deshalb auf den Auswärtssieg des Linzer ASK zu einer Quote von 2,10 bei 22bet. Wett-Tipp & Prognose: Austria Wien – Linzer ASK (09.08.26)


