Plötzlich ist wieder etwas Hoffnung da bei Borussia Mönchengladbach. Nach sechs Niederlagen zum Bundesliga-Start feierten die Fohlen am Freitag mit dem überraschenden 3:2 beim VfB Stuttgart endlich den ersten Saisonsieg. Nur vier Tage später soll im DFB-Pokal direkt nachgelegt werden. Am Dienstag (27. Oktober 2026) empfängt Gladbach den Zweitligisten Karlsruher SC – und geht als klarer Favorit in die zweite Runde.
Die Ausgangslage könnte für die Borussia kaum besser sein: Während Gladbach mit neuem Selbstvertrauen zurückkehrt, kassierte Karlsruhe am Samstag eine heftige 1:6-Klatsche in Magdeburg.
Quoten und Ausgangslage: Gladbach klarer Favorit im Borussia-Park
Anstoß im Borussia-Park ist am Dienstag um 20:45 Uhr. Am Wettmarkt gibt es an der Rollenverteilung keinerlei Zweifel. Ein Gladbacher Sieg nach 90 Minuten wird aktuell ungefähr zwischen 1,30 und 1,40 gehandelt. Für das Unentschieden werden Quoten um 5,00 bis 5,75 angeboten, während ein Karlsruher Auswärtssieg teilweise sogar oberhalb von 8,00 liegt.
Der normale Heimsieg ist damit kaum interessant. Spannender wird die Frage, ob Gladbach den Klassenunterschied diesmal auch deutlich auf den Platz bekommt.
In der ersten Pokalrunde erledigten die Fohlen ihre Aufgabe souverän und gewannen beim TSV Schott Mainz mit 5:0. Karlsruhe musste beim Drittligisten Preußen Münster dagegen deutlich mehr kämpfen und drehte einen Halbzeitrückstand noch in einen 2:1-Erfolg.
Formcheck Borussia Mönchengladbach: Der Befreiungsschlag war verdient
Der Sieg in Stuttgart könnte für Gladbach enorm wertvoll gewesen sein.
Nach sechs Bundesliga-Niederlagen in Folge geriet die Mannschaft von Alexander Blessin bereits nach fünf Minuten wieder in Rückstand. Diesmal brach die Borussia aber nicht auseinander. Joe Scally glich noch vor der Pause aus, Shuto Machino drehte die Partie kurz nach Wiederbeginn und der erst 17-jährige Wael Mohya erhöhte auf 3:1. Stuttgart kam nur noch zum Anschlusstreffer.

Besonders wichtig war dabei die Art und Weise. Gladbach gewann nicht glücklich, sondern wurde nach schwachem Beginn mutiger und erspielte sich den Erfolg. Genau dieses Erlebnis dürfte einer Mannschaft guttun, die zuvor praktisch nur Negativerlebnisse gesammelt hatte.
Ganz verschwunden sind die Probleme natürlich nicht. Gladbach hat in sieben Bundesligaspielen bereits 22 Gegentore kassiert. Dazu war die personelle Situation zuletzt angespannt: Gegen Stuttgart fehlten unter anderem Tim Kleindienst, Isac Lidberg und Kevin Diks.
Trotzdem ist der Zeitpunkt für das Pokalspiel aus Gladbacher Sicht wesentlich angenehmer als noch vor einer Woche.
Formcheck Karlsruher SC: Nach dem 4:0 folgt ein 1:6
Beim KSC hätte die Generalprobe dagegen kaum schlechter laufen können.
Eine Woche zuvor schien Karlsruhe seine Krise mit einem überzeugenden 4:0 gegen Darmstadt beendet zu haben. Es war der erste Sieg nach sechs sieglosen Ligaspielen. Doch in Magdeburg folgte der komplette Rückfall.
Nach einem ordentlichen Beginn kassierte der KSC noch vor der Pause das 0:1. Anschließend brach die Mannschaft von Maximilian Senft völlig auseinander. Zwischen der 51. und 66. Minute erzielte Magdeburg vier Tore und zog auf 5:0 davon. Deniz Ofli gelang zwar noch der Ehrentreffer, am Ende stand aber eine heftige 1:6-Niederlage.
Damit steckt Karlsruhe weiterhin im unteren Drittel der 2. Bundesliga. Besonders die Offensive war vor dem Darmstadt-Spiel problematisch: Gegen Cottbus, Nürnberg und St. Pauli blieb der KSC jeweils komplett torlos. Für das Pokalspiel fällt zudem Stürmer Moritz Broschinski aus.
Matchanalyse: Kann Gladbach diesmal auch defensiv überzeugen?
Die große Frage ist weniger, ob Gladbach spielerisch überlegen sein wird. Davon gehen wir aus. Entscheidend ist vielmehr, ob die Borussia ausnahmsweise auch einmal ohne Gegentreffer durchkommt.
Genau dort liegt das Risiko unseres Tipps. Gladbach hat in jedem seiner bisherigen Bundesliga-Spiele mindestens ein Gegentor kassiert. Die Defensive bleibt also die größte Baustelle.
Der Gegner könnte dafür allerdings passen.
Karlsruhe hat offensiv enorme Schwankungen gezeigt und vor dem 4:0 gegen Darmstadt in vier Ligaspielen insgesamt nur zwei Tore erzielt. Ohne Broschinski wird die Aufgabe im Angriff zusätzlich schwieriger.
Gleichzeitig sollte Gladbach nach dem Sieg in Stuttgart deutlich mehr Selbstvertrauen besitzen. Gegen einen Zweitligisten, der gerade sechs Gegentore kassiert hat, erwarten wir eine Borussia, die früh die Kontrolle übernimmt.
Wett-Tipp und Prognose: Gladbach kommt ohne Gegentor weiter
Ein Gladbacher Sieg zu einer Quote um 1,35 bietet uns zu wenig. Deshalb gehen wir diesmal bewusst einen Schritt weiter.
Der KSC dürfte zunächst tief stehen und versuchen, möglichst lange im Spiel zu bleiben. Gladbach besitzt aber genügend individuelle Qualität, um irgendwann durchzukommen. Auf der anderen Seite sprechen die jüngsten Karlsruher Offensivprobleme dafür, dass die Borussia diesmal tatsächlich die Null halten könnte.
- Unser Wett-Tipp: Borussia Mönchengladbach gewinnt zu null in der regulären Spielzeit
- Empfohlene Quote: ca. 2,50
Gladbachs Defensive macht diesen Tipp natürlich etwas riskanter. Nach dem Befreiungsschlag in Stuttgart und angesichts der desolaten Karlsruher Generalprobe gefällt uns die deutlich höhere Quote aber besser als der gewöhnliche Heimsieg. Ein 2:0 oder 3:0 wäre für uns ein sehr plausibler Spielverlauf.


