Nur eine Woche nach der bitteren 0:1-Heimniederlage bekommt Deutschland bereits die Gelegenheit zur Revanche gegen Griechenland. Diesmal muss die Mannschaft von Jürgen Klopp allerdings im Hexenkessel von Thessaloniki bestehen. Rückenwind ist immerhin vorhanden: Beim 2:0 gegen Serbien zeigte die DFB-Elf am Donnerstag ihre mit Abstand beste Leistung unter dem neuen Bundestrainer und feierte im dritten Anlauf den ersten Sieg.
Genau daran soll Deutschland am Sonntag (4. Oktober 2026) anknüpfen. Einfach wird das nicht – Griechenland hat in dieser Nations-League-Saison noch kein Spiel verloren und führt die Gruppe weiterhin an.
Ausgangslage: Deutschland braucht den Sieg
Anstoß im Toumba-Stadion in Thessaloniki ist am Sonntag um 20:45 Uhr. Nach drei Spieltagen führt Griechenland die Gruppe A2 mit sieben Punkten an. Die Niederlande kommen auf fünf Zähler, Deutschland steht nach dem Sieg gegen Serbien bei vier Punkten. Die Griechen sind damit weiterhin in der komfortabelsten Position.
Entsprechend wichtig ist das direkte Duell für Deutschland. Bei einer weiteren Niederlage würde Griechenland bereits auf sechs Punkte davonziehen. Auch ein Remis wäre angesichts des verlorenen Hinspiels wenig hilfreich, weil bei Punktgleichheit der direkte Vergleich eine große Rolle spielt. Ein deutscher Sieg würde die Gruppe dagegen wieder komplett öffnen.
Die Buchmacher sehen die Klopp-Elf trotz des Auswärtsspiels leicht vorne. Für einen deutschen Sieg werden aktuell ungefähr 1,85 bis 2,05 angeboten. Griechenland liegt bei etwa 3,25 bis 3,50, das Remis ungefähr zwischen 3,50 und 3,80.
Formcheck Griechenland: Noch immer ungeschlagen
Dass Griechenlands Sieg in Augsburg kein Zufall war, hat die Mannschaft inzwischen erneut bewiesen.
Zum Auftakt gewann Griechenland mit 2:1 in Serbien. Danach folgte das 1:0 in Deutschland, bei dem Dimitrios Kourbelis in der 74. Minute den entscheidenden Treffer erzielte. Deutschland hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, fand gegen die kompakte griechische Defensive aber kaum Lösungen.

Auch gegen die Niederlande überzeugten die Griechen zumindest eine Halbzeit lang. Durch Treffer von Fotis Ioannidis und Georgios Masouras führte der Gastgeber zur Pause bereits 2:0. Erst nach dem Seitenwechsel erhöhte Oranje deutlich den Druck und rettete durch Virgil van Dijk sowie einen Treffer von Tijjani Reijnders in der 89. Minute noch ein 2:2.
Damit hat Griechenland in allen drei Nations-League-Spielen getroffen. Gleichzeitig dürfte die Mannschaft gegen Deutschland erneut wenig Interesse daran haben, selbst dauerhaft das Spiel zu machen. Der Erfolg in Augsburg hat schließlich bereits gezeigt, welche Strategie gegen die Klopp-Elf funktionieren kann.
Formcheck Deutschland: Gegen Serbien endlich mehr Tempo
Der Unterschied zwischen den Auftritten gegen Griechenland und Serbien war enorm.
Beim 0:1 in Augsburg wirkte Deutschland gegen den tiefen Block statisch. Klopp sprach anschließend selbst davon, dass gegen eine solche Defensive feste Abläufe benötigt werden – und genau diese seien nach der kurzen gemeinsamen Trainingszeit noch nicht ausreichend vorhanden gewesen.
Vier Tage später gegen Serbien sah das plötzlich deutlich besser aus.
Deutschland dominierte die erste Halbzeit mit 16:0-Torschüssen. Tom Bischof erzielte in der 39. Minute das längst verdiente 1:0, Florian Wirtz erhöhte nach einer Stunde. Klopp lobte anschließend besonders das Gegenpressing und die Intensität seiner Mannschaft.

Bemerkenswert ist zudem, dass erneut mehrere Neulinge beteiligt waren. Jonas Urbig und Derry Scherhant feierten ihr Debüt, Bischof erzielte sein erstes Länderspieltor. Klopp bleibt also seinem Plan treu, viele Spieler auszuprobieren.
Die entscheidende Frage lautet nun: Funktioniert dieser mutigere Ansatz auch gegen einen Gegner, der wieder deutlich tiefer stehen wird?
Matchanalyse: Wieder ein Geduldsspiel für die Klopp-Elf?
Griechenland dürfte Deutschland kaum dieselben Räume anbieten wie Serbien. Das Hinspiel ist dafür eine viel zu klare Blaupause.
Wir erwarten deshalb erneut längere deutsche Ballbesitzphasen. Der Unterschied sollte diesmal allerdings darin liegen, dass Deutschland mehr Tempo in die Aktionen bringt und mit Wirtz, Bischof und Co. schneller zwischen die Linien kommt.
Ein großes Torfestival erwarten wir trotzdem nicht. Griechenland verteidigt kompakt und hat in Augsburg bewiesen, dass ein einziger Treffer reichen kann. Deutschland wiederum blieb in allen drei bisherigen Nations-League-Spielen unter drei eigenen Toren.
Interessant ist deshalb die Kombination aus dem dringend benötigten deutschen Sieg und einer moderaten Toranzahl. Für „Deutschland gewinnt & unter 3,5 Tore“ werden aktuell ungefähr 2,85 bis 2,90 angeboten.
Wett-Tipp und Prognose: Deutschland revanchiert sich
Das 2:0 gegen Serbien war für uns der erste Auftritt, bei dem Klopps Idee wirklich deutlich zu erkennen war. Deutschland spielte aggressiver, schneller und wesentlich zielstrebiger.
Griechenland wird die DFB-Elf trotzdem erneut vor eine Geduldsprobe stellen. Gerade deshalb erwarten wir eher einen knappen Auswärtssieg als ein deutsches Schützenfest.
- Unser Wett-Tipp: Deutschland gewinnt & unter 3,5 Tore
- Empfohlene Quote: ca. 2,88
Deutschland steht tabellarisch unter Druck und sollte nach dem starken Serbien-Spiel mit deutlich mehr Selbstvertrauen auftreten. Gleichzeitig hat Griechenland bislang genug Qualität gezeigt, um die Partie lange eng zu halten. Ein deutscher Arbeitssieg passt deshalb am besten zu unserer Erwartung für die Revanche in Thessaloniki.


