Am fünften Spieltag der Premier League stehen sich mit Tottenham Hotspur und Aston Villa zwei der großen Enttäuschungen der ersten Saisonwochen gegenüber. Die Spurs sind nach vier Ligapartien nicht nur sieglos, sondern warten weiterhin auf ihren ersten Treffer. Zwei Punkte reichen derzeit lediglich für einen Platz im Tabellenkeller. Noch schlechter ist Aston Villa gestartet. Die Mannschaft von Unai Emery holte aus vier Partien nur einen Punkt und erzielte erst ein Tor. Der 3:2-Erfolg beim FC Brügge in der Champions League zeigte zwar, dass Villa weiterhin über offensive Qualität verfügt. In der Premier League konnte der Klub dieses Potenzial bislang aber kaum abrufen.
Unsere Analyse zeigt, warum Tottenham trotz seiner Torflaute leichte Vorteile besitzt, ein vorsichtiger Spielverlauf jedoch wahrscheinlicher erscheint als ein offensives Spektakel.
Ausgangslage: Tottenham und Villa unter frühem Erfolgsdruck
Tottenham verlor zum Auftakt deutlich mit 0:3 beim FC Brentford und unterlag anschließend Newcastle United mit 0:2. Danach stabilisierte sich zumindest die Defensive: Sowohl gegen Nottingham Forest als auch gegen den FC Everton spielten die Spurs 0:0. Mit zwei Punkten und 0:5 Toren ist die Bilanz dennoch ernüchternd.
Villa kassierte beim 0:4 in Brighton ebenfalls eine deutliche Auftaktniederlage. Es folgten ein knappes 0:1 gegen Meister Arsenal und ein torloses Remis beim Aufsteiger Hull City. Am vergangenen Wochenende verlor Villa zu Hause mit 1:2 gegen Nottingham Forest. Der Treffer von Alysson war immerhin das erste Ligator der Villans in dieser Saison.
Beide Mannschaften benötigen dringend ein Erfolgserlebnis. Eine frühe Niederlage könnte den ohnehin vorhandenen Druck erheblich vergrößern. Das spricht zunächst eher für einen kontrollierten Beginn als für einen offenen Schlagabtausch.
Formcheck: Spurs seit über 400 Ligaminuten ohne Treffer
Tottenhams Probleme liegen vor allem im letzten Drittel. Beim jüngsten 0:0 gegen Everton hatten die Gastgeber zwar 62 Prozent Ballbesitz, brachten aber nur zwei Abschlüsse auf das gegnerische Tor. Damit blieben die Spurs erstmals in ihrer Vereinsgeschichte an den ersten vier Premier-League-Spieltagen ohne eigenen Treffer.
Dass grundsätzlich Offensivpotenzial vorhanden ist, zeigte das 5:1 gegen Charlton Athletic in der zweiten Runde des Ligapokals. Gegen Premier-League-Gegner fehlt es unter Trainer Roberto De Zerbi jedoch an klaren Abläufen und der nötigen Präzision. Vor dem Duell mit Villa muss Tottenham am Dienstag noch zur dritten Pokalrunde beim FC Liverpool antreten. Das Ergebnis dieser Partie lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Aston Villa präsentierte sich in der Champions League deutlich gefährlicher als im Ligaalltag. Beim 3:2 in Brügge trafen John McGinn, Emiliano Buendía und Nicolas Jackson. Nur vier Tage später folgte jedoch die Heimniederlage gegen Forest. Villa hat nach einem turbulenten Transfersommer noch keine dauerhafte Balance gefunden und wartet in der Liga weiterhin auf den ersten Sieg.
Taktikanalyse: Viel Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft
Tottenham dürfte versuchen, das Spiel über längere Ballbesitzphasen und einen kontrollierten Aufbau zu bestimmen. De Zerbis Mannschaft schiebt die Außenverteidiger weit nach vorn und möchte mit kurzen Kombinationen ins Angriffsdrittel gelangen. Dort fehlen bislang jedoch Dynamik, abgestimmte Laufwege und ein verlässlicher Abschluss.
Villa kann sich daher etwas tiefer positionieren und auf Umschaltsituationen warten. Emery verfügt mit Jackson, Buendía und McGinn über Spieler, die Tottenhams hoch stehende Defensive beschäftigen können. Nach nur einem Ligator ist aber auch bei den Gästen nicht mit bedingungslosem Offensivfußball zu rechnen.
Tottenhams zwei aufeinanderfolgende Zu-null-Spiele zeigen eine defensive Verbesserung. Weil gleichzeitig beide Angriffsreihen noch nach ihrer Form suchen, besitzen Ergebnisse wie 0:0, 1:0 oder 1:1 eine hohe Plausibilität.
Wettquoten: Tottenham trotz Torflaute favorisiert
Ein Heimsieg von Tottenham wird mit Quoten von 2,00 und etwas darunter angeboten. Das Unentschieden und der Auswärtssieg Aston Villas erreichen jeweils eine Höchstquote von 3,70. Der Markt berücksichtigt damit den Heimvorteil und die größere individuelle Qualität der Spurs, sieht ihren Sieg aber keineswegs als ausgemacht.
Die konservative Kombination aus Doppelter Chance 1X und weniger als 3,5 Toren bringt Quoten von unter 1,90. Deutlich interessanter ist die niedrigere Torgrenze: Für 1X und unter 2,5 Tore erhalten Wettfreunde eine Quote von 2,65. Ein Tottenham-Sieg mit unter 3,5 Toren wäre zwar mit bis über 2,80 höher quotiert, schließt aber die besonders plausiblen Remis-Ergebnisse aus.
Direkter Vergleich (H2H): Zuletzt kein klares Übergewicht
Die beiden Premier-League-Duelle der vergangenen Saison endeten jeweils 2:1 für die Auswärtsmannschaft. Villa gewann zunächst im Tottenham Hotspur Stadium, ehe die Spurs im Mai 2026 mit 2:1 im Villa Park triumphierten. Dazwischen setzte sich Aston Villa auch im FA Cup mit 2:1 bei Tottenham durch.
Die direkte Bilanz spricht deshalb nicht eindeutig für den Gastgeber. Die aktuelle Form Villas liefert allerdings ebenso wenig Argumente für einen Auswärtssieg.
Wett-Tipp & Prognose: Tottenham Hotspur – Aston Villa (19.09.2026)
Tottenham genießt den Heimvorteil und hat defensiv zuletzt an Stabilität gewonnen. Angesichts von Villas einem Punkt aus vier Spielen erscheint eine weitere Niederlage der Spurs eher unwahrscheinlich. Für einen klaren Heimsieg fehlt Tottenham derzeit jedoch die offensive Verlässlichkeit.
Die Verbindung der Doppelten Chance 1X mit weniger als 2,5 Toren deckt die naheliegenden Resultate 0:0, 1:0, 1:1 und 2:0 ab. Bei einer starken Quote von 2,54 nehmen wir das gegenüber der vorsichtigeren Unter-3,5-Kombination erhöhte Risiko bewusst in Kauf.
- Unser Wett-Tipp: Doppelte Chance 1X + unter 2,5 Tore
- Empfohlene Quote: 2,65 (Emirbet)


