Am kommenden Samstag (5. September 2026) steht Werder Bremen bereits früh in der neuen Bundesliga-Saison unter Druck. Um 15:30 Uhr empfängt die Mannschaft von Daniel Thioune RB Leipzig im Weserstadion.
Der Auftakt verlief für beide Teams komplett gegensätzlich. Bremen war beim 1:4 in Freiburg spätestens nach der Anfangsphase klar unterlegen und offenbarte große defensive Probleme. Leipzig startete unter seinem neuen Trainer Martín Demichelis dagegen mit einem überzeugenden 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Die Gäste gehen entsprechend als Favorit in die Partie.
Ausgangslage: Werder droht schwierige Saison, Leipzig startet mit viel Euphorie
In Bremen herrscht nach nur einem Spieltag bereits Ernüchterung. Eigentlich sollte die Rückkehr von Niclas Füllkrug neue Euphorie entfachen. Der Mittelstürmer traf im DFB-Pokal beim 3:0 gegen den Lüneburger SK auch direkt per Elfmeter, beim Bundesliga-Auftakt in Freiburg war von ihm allerdings kaum etwas zu sehen.
Füllkrug hing über weite Strecken komplett in der Luft und wurde nach gut einer Stunde ausgewechselt. Noch problematischer war das Gesamtbild der Mannschaft. Werder konnte Freiburg nur zu Beginn einigermaßen beschäftigen und wurde danach defensiv immer weiter zurückgedrängt.
Leipzig befindet sich dagegen in Aufbruchstimmung. Demichelis hat bei seinem Bundesliga-Debüt direkt einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Nach dem 6:0 im Pokal bei Eintracht Trier folgte gegen Gladbach der zweite klare Pflichtspielsieg.
Besonders positiv: Leipzig wirkt trotz einiger Veränderungen im Sommer bereits erstaunlich geschlossen. Das hohe Pressing und die Intensität gegen den Ball funktionierten gegen Gladbach über weite Strecken hervorragend.
Formcheck: Bremen in Freiburg schwach, RB setzt ein erstes Ausrufezeichen
Das 1:4 in Freiburg war für Werder auch in dieser Höhe verdient. Nach einer ordentlichen Anfangsphase übernahm der SC immer mehr die Kontrolle. Yuito Suzuki traf dreimal, Igor Matanovic erzielte den weiteren Freiburger Treffer.

Besonders beim 0:4 sah Bremen schlecht aus: Füllkrug verlor den Ball, anschließend spielte Freiburg die Defensive mit wenigen Pässen komplett auseinander. Erst Dariusz Stalmach sorgte in der Schlussphase noch für den Ehrentreffer.
Leipzig präsentierte sich einen Tag zuvor wesentlich stabiler. Ridle Baku brachte RB gegen Gladbach in Führung, Antonio Nusa erhöhte kurz nach der Pause. Rocco Reitz erzielte ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein das 3:0.
Auch Christopher Nkunku setzte nach seiner Rückkehr sofort ein Zeichen. Sekunden nach seiner Einwechslung bereitete er den Treffer von Reitz vor. Demichelis stehen damit offensiv zahlreiche unterschiedliche Optionen zur Verfügung.
Verletzte und gesperrte Spiele: Stage-Ausfall verschärft die Probleme bei Werder
Zusätzlich zum Fehlstart musste Bremen kurz vor dem Freiburg-Spiel einen schweren personellen Rückschlag verkraften. Jens Stage zog sich im Abschlusstraining eine schwere Oberschenkelverletzung zu und fällt mehrere Monate aus. Mit zehn Bundesligatoren in der vergangenen Saison gehörte der Däne zu den wichtigsten Spielern der Mannschaft.
Auch Niklas Stark fehlte zuletzt aufgrund von Trainingsrückstand. Felix Agu, Keke Topp und Oskar Wójcik befanden sich ebenfalls noch in der Reha.
Damit fehlt Werder ausgerechnet vor dem Spiel gegen Leipzig ein wichtiger Faktor für Stabilität, Laufstärke und Torgefahr aus dem Mittelfeld.
Taktische Analyse: Leipzigs Pressing wird Werder Probleme bereiten
Demichelis möchte mit Leipzig deutlich höher und aggressiver verteidigen. Gegen Gladbach funktionierte das sehr gut. RB gewann mehrfach tief in der gegnerischen Hälfte den Ball und konnte anschließend sofort Richtung Tor umschalten.
Das ist für Bremen keine angenehme Aussicht. Schon Freiburg setzte die Thioune-Elf mit zunehmender Spielzeit massiv unter Druck. Im Aufbau leistete sich Werder einige unsaubere Aktionen, gleichzeitig waren die Abstände nach Ballverlusten teilweise viel zu groß.
Mit Nusa, Baku, Nkunku, Gruda und weiteren schnellen Offensivspielern besitzt Leipzig genau die Qualität, um diese Räume auszunutzen. Werder muss deutlich kompakter auftreten als am ersten Spieltag.
Direkter Vergleich: Leipzig gewann beide Duelle der vergangenen Saison
Auch die jüngsten direkten Duelle sprechen für die Gäste. In der vergangenen Spielzeit gewann Leipzig zunächst zuhause mit 2:0 gegen Bremen.
Das Rückspiel im April entschied RB ebenfalls für sich. Nusa und Rômulo brachten Leipzig im Weserstadion mit 2:0 in Führung, Salim Musah gelang erst tief in der Nachspielzeit der Treffer zum 1:2.
Generell hat sich Bremen gegen Leipzig in den vergangenen Jahren häufig schwergetan. Gerade die Geschwindigkeit der Sachsen bereitete der Werder-Defensive immer wieder Probleme.
Wettquoten: Mindestens drei Leipziger Treffer im Fokus
Die Buchmacher sehen Leipzig als Favoriten, aber nicht übermäßig deutlich. Für einen Bremer Heimsieg werden aktuell ungefähr 3,20 bis 3,25 angeboten. Das Unentschieden liegt etwa zwischen 3,75 und 3,90, während der Leipzig-Sieg ungefähr 2,00 bis 2,10 bringt.
Wer einen höheren Preis sucht, kann den Blick auf die Teamtore richten. Für mindestens zwei Leipzig-Treffer gibt es lediglich etwa 1,72. Über 2,5 RB-Teamtore, also mindestens drei Tore der Gäste, wird dagegen aktuell mit ungefähr 3,25 bewertet.
Wett-Tipp und Prognose: RB macht mehr als zwei Tore!
Drei Auswärtstore sind natürlich eine anspruchsvolle Wette. Nach den Eindrücken des ersten Spieltags halten wir dieses Szenario aber für ausgesprochen interessant. Bremen kassierte gegen Freiburg vier Treffer und hätte phasenweise sogar noch deutlicher zurückliegen können. Dazu fehlt mit Stage ein zentraler Leistungsträger.
- Unser Wett-Tipp: RB Leipzig erzielt über 2,5 Tore
- Empfohlene Quote: 3,25
Leipzig kommt dagegen mit zwei klaren Pflichtspielsiegen und 9:0 Toren in die Partie. Die Demichelis-Elf wirkt offensiv variabel und besitzt insbesondere im Umschaltspiel enorme Qualität. Bremen wird zuhause offensiver auftreten müssen als in Freiburg und dadurch zwangsläufig Räume anbieten.
Wenn Leipzig ähnlich konsequent auftritt wie gegen Gladbach, halten wir drei Gästetreffer für absolut möglich. Ein 0:3 oder 1:4 erscheint uns derzeit wesentlich realistischer als ein Bremer Befreiungsschlag.


