Die Rollen vor dieser Zweitrundenpartie scheinen auf den ersten Blick eindeutig. Bayern empfängt den Zweitligisten in der Allianz Arena und kommt mit einem 3:1-Erfolg in Freiburg im Rücken. Magdeburg sorgte am Wochenende mit einem 6:1 gegen Karlsruhe ebenfalls für Schlagzeilen und reist mit reichlich Selbstvertrauen an.
Die entscheidende Frage lautet weniger, wer mehr Spielanteile haben wird, sondern ob der FCM Bayern vor Aufgaben stellen kann. Der deutliche Klassenunterschied macht die Münchner zum unangefochtenen Favoriten.
Die Torfreude beider Teams und die jüngsten Gegentreffer lassen jedoch auch ein lebhaftes Spiel erwarten, bei dem vielleicht auch der Underdog zu einer Chance kommen könnte.
Ausgangslage: Bayern klar favorisiert, Magdeburg kommt in Schwung
Bayern löste die Aufgabe in der ersten Pokalrunde beim Zweitligisten VfL Osnabrück mit 4:1. Nach frühem Rückstand drehten die Münchner die Partie; Harry Kane traf doppelt. Magdeburg setzte sich beim Oberligisten Bahlinger SC mit 4:0 durch und erreichte die nächste Runde ohne größere Mühe. Jetzt wartet mit dem Titelverteidiger allerdings ein Gegner von ganz anderem Kaliber.
Der FCM kann dennoch mit einem Erfolgserlebnis anreisen. Das 6:1 gegen Karlsruhe war nicht nur der höchste Zweitligasieg in der Vereinsgeschichte, sondern auch der vierte Heimsieg in Folge. Sechs verschiedene Treffer in einem Spiel sind ein starkes Zeichen für die offensive Breite. Zugleich ist ein Heimlauf in der Liga keine Garantie für Durchschlagskraft in München. Bayern wird dem Aufsteiger weniger Räume lassen und individuelle Fehler schneller bestrafen.
Formkurve: Beide kommen mit Toren und Gegentoren
Bayern hat in den jüngsten fünf Pflichtspielen 16 Tore erzielt. Auf das 2:2 in Augsburg folgten ein 3:3 bei Viking Stavanger, das 6:1 gegen RB Leipzig, ein 2:2 gegen Arsenal und nun der 3:1-Sieg in Freiburg. Die Münchner produzieren viele Chancen und Tore, waren in dieser Serie aber nur gegen Leipzig wirklich defensiv souverän. Gegen Augsburg, Viking, Arsenal und Freiburg kassierten sie jeweils mindestens ein Gegentor.
Magdeburgs Bilanz der vergangenen fünf Ligaspiele lautet drei Siege, ein Remis und eine Niederlage. Vor dem Kantersieg gegen Karlsruhe gewann der FCM 3:0 gegen Hannover und verlor 0:2 bei Dynamo Dresden. Mit 13 Treffern in diesen fünf Partien ist die Offensive in Form. Dass der FCM in Dresden ohne Tor blieb, erinnert aber daran, dass die Chancenverwertung nicht immer aufgeht. In München dürfte es schwieriger werden, regelmäßig in Abschlusspositionen zu kommen.
Personell ist bei Bayern noch Aufmerksamkeit gefragt. Vincent Kompany fehlte beim Spiel in Freiburg nach einem medizinischen Notfall; Co-Trainer Aaron Danks übernahm. Auch mehrere Spieler wie Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Luis Díaz und Minjae Kim standen zuletzt nicht zur Verfügung. Welche davon für den Pokal zurückkehren, war nach dem jüngsten Spiel noch offen. Ein möglicher Wechsel in der Startelf könnte das Zusammenspiel beeinflussen, auch wenn Bayern auf jeder Position genügend Qualität besitzt.
Taktik: Magdeburg braucht Mut und Präzision im Umschalten
Bayern wird voraussichtlich den Ball kontrollieren, hoch anlaufen und den FCM früh in dessen Hälfte festsetzen. Gelingt es den Münchnern, Magdeburgs erste Pressinglinie zu überspielen, können sie ihre schnellen Außen und die nachrückenden Mittelfeldspieler in gefährliche Räume bringen. Der frühe Führungstreffer in Freiburg sowie die sechs Tore gegen Leipzig unterstreichen, wie schnell Bayern ein Spiel entscheiden kann.
Magdeburg dürfte sich nicht ausschließlich hinten einigeln. Die Mannschaft hat am Samstag gezeigt, dass sie nach Ballgewinnen entschlossen nach vorne spielen kann. Für eine echte Außenseiterchance muss der FCM die wenigen Umschaltmomente sauber ausspielen und vor dem Tor mutig bleiben. Je länger Magdeburg das Spiel offenhält, desto mehr könnte Bayern allerdings zu Abschlüssen und Standards kommen.
Wettquoten: Der Markt rechnet mit einem deutlichen Bayern-Sieg
Die Dreiweg-Quoten von gerade mal knapp über 1,00 für Bayern, 13,00 bis 17,00 für das Remis und 20,00 bis 30,00 für Magdeburg zeigen, wie klar hier die Rollen verteilt sind.
Ein einfacher Heimsieg bietet bei dieser Einschätzung praktisch keinen Ertrag. Interessanter sind deshalb Torwetten und Kombinationen, die den erwarteten Bayern-Druck mit der Frage verbinden, ob Magdeburg selbst einen Treffer erzielt.
Das Risiko bleibt: Der FCM muss gegen einen überlegenen Gegner seine Chancen nutzen, die zwei Bayern-Tore, die dann noch nötig wären, dürften weniger das Problem sein.
Direkter Vergleich (H2H): Magdeburgs Pokal-Coup liegt lange zurück
Die Vereine trafen im DFB-Pokal bislang einmal aufeinander: Im November 2000 erzwang Magdeburg gegen Bayern ein 1:1 nach Verlängerung und setzte sich anschließend im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. Der damalige Oberligist sorgte für eine der großen Pokalüberraschungen.
Wegen des zeitlichen Abstands und der völlig anderen Mannschaften ist das Duell vor allem eine historische Randnotiz, aber es erinnert daran, dass Pokalspiele ihre eigene Dynamik entwickeln können.
Wett-Tipp & Prognose: FC Bayern München – 1. FC Magdeburg (28.10.26)
Bayern bleibt der klare Favorit und dürfte sich zahlreiche Möglichkeiten erspielen. Magdeburgs jüngste Torserie gibt dem FCM aber eine realistische Chance, zumindest einmal gefährlich vor das Münchner Tor zu kommen. Die Gäste müssen dafür ihre Umschaltmomente konsequent nutzen; zugleich spricht Bayerns Offensivqualität für mehrere eigene Treffer.
Unsere Empfehlung kombiniert deshalb Tore auf beiden Seiten mit einer torreichen Partie. Ein 2:1 wäre ebenso abgedeckt wie ein deutliches 7:1 – entscheidend sind mindestens drei Tore insgesamt und je ein Treffer beider Mannschaften.
- Unser Wett-Tipp: Beide treffen + über 2,5 Tore
- Empfohlene Quote: 2,40 (Golazzo)


