Am Samstag, 29. August 2026, empfängt der 1. FC Union Berlin um 15:30 Uhr Eintracht Frankfurt an der Alten Försterei. Beide Teams gehen mit einem Erfolg im DFB-Pokal in den Bundesliga-Auftakt, doch die Eindrücke könnten unterschiedlicher kaum sein.
Frankfurt schoss sich beim 11:0 gegen den Fünftligisten SC St. Tönis den Frust über eine desaströse Generalprobe von der Seele. Union musste beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig lange kämpfen, drehte zwei Rückstände aber noch in einen 4:2-Sieg.
Ausgangslage: Union startet mit neuem Trainer, Frankfurt setzt wieder auf Hütter
Bei Union beginnt eine neue Ära. Mauro Lustrinelli übernahm im Sommer als Cheftrainer und soll die Eisernen spielerisch weiterentwickeln. Der Schweizer führte zuvor den FC Thun erst zum Aufstieg und anschließend sensationell zur Meisterschaft. Auch der Kader wurde verändert. Mit Zeno Van den Bosch kam ein neuer Innenverteidiger, Emmanuel Latte Lath verstärkt auf Leihbasis den Angriff und mit Michel Aebischer verpflichtete Union kurz vor Saisonbeginn einen erfahrenen Schweizer Nationalspieler.
Frankfurt setzt ebenfalls auf einen neuen, gleichzeitig aber bestens bekannten Trainer. Adi Hütter ist nach fünf Jahren zurück bei der Eintracht und unterschrieb bis 2029. Besonders schwer wiegt der Abgang von Nathaniel Brown zum FC Bayern. Zudem verließen Rasmus Kristensen und Arnaud Kalimuendo den Klub. Neu dabei sind unter anderem Otávio und Raphael Onyedika.
Noch nicht endgültig geklärt ist die Torwartfrage. Nach den Unsicherheiten von Kaua Santos in der Vorbereitung beschäftigt sich Frankfurt intensiv mit Noah Atubolu. Der Freiburger könnte noch vor Ende des Transferfensters als neue Nummer eins kommen.
Formcheck: Union kämpft sich weiter, Frankfurt reagiert mit einem Torfestival
Die Vorbereitung verlief für Union alles andere als überzeugend. Nur drei der zehn Testspiele wurden gewonnen. Unter anderem setzte es ein 0:2 gegen Carl Zeiss Jena, gegen Cagliari spielte Union 2:2 und bei der Saisoneröffnung unterlagen die Köpenicker Ipswich Town mit 2:4. Immerhin gelang dazwischen ein 3:2 gegen Aris Limassol.

Wichtiger war deshalb der erste Pflichtspielauftritt in Braunschweig. Union geriet zweimal in Rückstand. Van den Bosch und Tom Rothe glichen jeweils aus, ehe der eingewechselte Marin Ljubičić mit zwei Treffern zum Matchwinner wurde. Das 4:2 war spielerisch nicht durchgehend überzeugend, zeigte aber Moral und offensive Durchschlagskraft.
Bei Frankfurt schrillten nach dem letzten Test die Alarmglocken. Das 0:7 beim FC Brentford war eine regelrechte Demontage und offenbarte große Probleme in Defensive und Tor.
Die Reaktion im Pokal fiel maximal deutlich aus. Beim SC St. Tönis führte Frankfurt schon zur Pause mit 10:0 und gewann letztlich 11:0. Jonathan Burkardt traf dreimal, Can Uzun doppelt. Der Klassenunterschied war enorm, dennoch dürfte dieses Erfolgserlebnis der Mannschaft gutgetan haben.
Taktische Analyse: Unions Intensität kann Frankfurt ernsthafte Probleme bereiten
Lustrinelli versucht, Union etwas variabler und spielerischer auszurichten. Gleichzeitig bleiben Zweikampfstärke, Standards und die besondere Intensität an der Alten Försterei wichtige Waffen. Gegen Braunschweig entstanden zwei Tore nach Standardsituationen, zudem brachte Ljubičić als Joker sofort neue Energie.
Frankfurt möchte unter Hütter aggressiv pressen und nach Ballgewinnen schnell vertikal spielen. Mit Burkardt, Uzun und Götze besitzt die Eintracht genügend Qualität, um Unions Defensive zu beschäftigen. Die 0:7-Niederlage gegen Brentford zeigte aber, wie verwundbar Frankfurt werden kann, wenn das Pressing überspielt wird und die Abstände nicht stimmen. Union dürfte genau diese Räume attackieren.
Direkter Vergleich: Union ist seit vier Bundesliga-Duellen gegen Frankfurt ungeschlagen
Auch der jüngste direkte Vergleich macht den Berlinern Mut. Union verlor keines der vergangenen vier Bundesliga-Spiele gegen Frankfurt. In der letzten Saison gewann der FCU auswärts spektakulär mit 4:3, wobei Oliver Burke einen Dreierpack erzielte. Das Rückspiel an der Alten Försterei endete 1:1.
Schon im März 2025 hatte Union mit 2:1 in Frankfurt gewonnen. Die Hessen hatten mit den Köpenickern zuletzt also regelmäßig Schwierigkeiten.
Wettquoten: Wettanbieter sehen ein überraschend ausgeglichenes Duell
Die Quoten zeigen, dass Frankfurt trotz der größeren individuellen Qualität keineswegs als klarer Favorit gehandelt wird. Für einen Heimsieg von Union werden aktuell Spitzenquoten um 2,40 angeboten. Das Unentschieden liegt ungefähr bei 3,50 bis 3,60, ein Frankfurter Auswärtssieg bewegt sich etwa zwischen 2,70 und 2,90.
Damit ist bereits der klassische Union-Heimsieg attraktiv genug für unseren Tipp. Vor allem die Kombination aus Heimstärke, gutem direkten Vergleich und den Fragezeichen bei Frankfurt macht die Quote interessant.
Wett-Tipp und Prognose: Union wird Frankfurts offene Baustellen ausnutzen
Frankfurts 11:0 im Pokal war beeindruckend, sollte gegen einen Fünftligisten aber nicht überbewertet werden. Das 0:7 gegen Brentford liegt erst wenige Tage zurück und gerade defensiv sowie auf der Torwartposition gibt es weiterhin offene Fragen. Union war in der Vorbereitung ebenfalls nicht überzeugend, hat beim 4:2 in Braunschweig aber gezeigt, dass die Moral stimmt und die Mannschaft auch schwierige Spielverläufe drehen kann.
- Unser Wett-Tipp: 1. FC Union Berlin gewinnt
- Empfohlene Quote: 2,41
Die Alte Försterei ist zum Saisonauftakt ein unangenehmer Ort für eine Frankfurter Mannschaft, die sich unter Hütter noch finden muss. Union ist seit vier Bundesliga-Duellen gegen die Eintracht ungeschlagen und besitzt gerade bei Standards sowie über die Emotionalität des Heimspiels Vorteile. Zu einer Quote um 2,41 sehen wir deshalb genügend Value, um auf einen Berliner Auftaktsieg zu setzen.


