Traditionsduell am Millerntor! Wenn der FC St. Pauli am Sonntag (1. November 2026, 13:30 Uhr) den 1. FC Nürnberg empfängt, treffen zwei der am schwersten zu schlagenden Mannschaften der 2. Bundesliga aufeinander. Die Hamburger haben in neun Saisonspielen erst einmal verloren, dafür aber schon sechsmal unentschieden gespielt. Nürnberg kassierte am vergangenen Wochenende beim 0:1 gegen Kaiserslautern sogar seine erste Saisonniederlage. Hat das Spuren hinterlassen?
Besonders bitter für den Club: Top-Torjäger Mohamed Ali Zoma fällt monatelang aus. Steht der nächste Rückschlag bevor?
Ausgangslage: Remis-Könige empfangen den Aufstiegsanwärter
St. Pauli ist der Unentschieden-Spezialist der Liga! Zwei Siege, sechs Remis und nur eine Niederlage ergeben zwölf Punkte und Tabellenplatz sieben. Die Mannschaft von Marcel Rapp ist extrem unangenehm zu bespielen, belohnt sich aber viel zu selten mit drei Punkten.
Nürnberg steht mit 18 Zählern auf Rang zwei und mischt im Aufstiegsrennen kräftig mit. Der Rückstand auf Spitzenreiter Hertha BSC beträgt allerdings bereits sieben Punkte.
Nach dem starken Saisonstart ist der Club inzwischen dreimal nacheinander sieglos geblieben. Ausgerechnet jetzt geht es ans Millerntor, wo den Franken traditionell ein unangenehmer Nachmittag droht.
Formcheck FC St. Pauli: Kaum zu schlagen, aber zu selten siegreich!
Was ist von diesem FC St. Pauli zu halten?
Einerseits haben die Kiezkicker seit sechs Ligaspielen nicht mehr verloren. Andererseits wurden in diesem Zeitraum lediglich zwei Siege gefeiert.
Zuletzt gab es ein torloses 0:0 in Darmstadt. Dabei waren die Hamburger über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, hatten deutlich mehr Ballbesitz und kamen auf 17 Abschlüsse. Doch vor dem gegnerischen Tor fehlte die letzte Konsequenz.
Bereits beim 1:1 in Hannover war ein möglicher Sieg liegen geblieben. Davor hatte St. Pauli immerhin den Karlsruher SC mit 2:0 bezwungen.

Auffällig: Alle fünf bisherigen Auswärtsspiele endeten unentschieden! Zuhause läuft es deutlich besser. Hier gelangen auch die beiden bisherigen Saisonsiege.
Defensiv steht St. Pauli ohnehin hervorragend. Erst neun Gegentreffer in neun Partien sind ein starkes Argument. Nur offensiv muss die Rapp-Elf gefährlicher werden, wenn sie tatsächlich noch ins Aufstiegsrennen eingreifen möchte.
Formcheck 1. FC Nürnberg: Erste Niederlage – und plötzlich fehlt der Torjäger!
Beim Club ist die Stimmung nach dem 0:1 gegen Kaiserslautern erstmals etwas getrübt.
Dabei war die Niederlage alles andere als verdient. Nürnberg erspielte sich gegen den FCK mehr als 25 Abschlüsse, dominierte phasenweise und scheiterte immer wieder am überragenden Gästekeeper Julian Krahl.
Den entscheidenden Treffer erzielte Erencan Yardimci in der 58. Minute für Kaiserslautern. Nürnberg drängte anschließend verzweifelt auf den Ausgleich – vergeblich!
Trainer Miroslav Klose dürfte vor allem die Chancenverwertung geärgert haben. Schließlich besitzt der Club mit 21 Saisontoren weiterhin eine der gefährlichsten Offensivreihen der Liga. Allerdings zeigt die Formkurve inzwischen nach unten. Auf das spektakuläre 4:4 gegen Wolfsburg folgten ein 1:1 in Cottbus und nun die erste Niederlage.
Ist der Nürnberger Höhenflug vorerst beendet?
Personallage: Zoma-Schock trifft Nürnberg besonders hart
Der Ausfall von Mohamed Ali Zoma ist ein schwerer Schlag für den FCN!
Der italienische Angreifer kugelte sich beim 1:1 in Cottbus die Schulter aus und muss operiert werden. Mindestens bis zur Winterpause wird der Nürnberger Top-Torjäger fehlen.
Ausgerechnet beim ersten Spiel ohne Zoma gegen Kaiserslautern blieb Nürnberg erstmals in dieser Saison ohne eigenen Treffer. Ein Zufall? Mit Julian Justvan, Piet Scobel und Rayan Ghrieb besitzt Klose zwar weitere Offensivqualität. Doch Zomas Tempo und Torgefahr lassen sich nicht einfach ersetzen.
Zusätzlich muss Nürnberg am Mittwoch im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen antreten. St. Pauli hat dagegen spielfrei und kann sich die gesamte Woche auf das Traditionsduell vorbereiten.
Direkter Vergleich: St. Pauli war zuletzt Nürnbergs Angstgegner
Der Blick auf die jüngsten Duelle dürfte den Franken wenig Freude bereiten.
Die vergangenen vier Zweitliga-Begegnungen gewann St. Pauli allesamt! Besonders deutlich wurde es beim letzten Heimspiel gegen den Club im Oktober 2023, als die Hamburger einen furiosen 5:1-Sieg feierten.
Das bislang letzte Aufeinandertreffen im März 2024 entschied St. Pauli ebenfalls mit 2:0 für sich.
Die jüngere Bilanz spricht also eindeutig für die Kiezkicker.
Wettquoten: St. Pauli dank Heimvorteil leicht favorisiert
Obwohl Nürnberg sechs Punkte mehr auf dem Konto hat, sehen die Buchmacher die Hamburger vorne. Ein Heimsieg wird aktuell mit Quoten zwischen ungefähr 2,10 und 2,18 bewertet. Für einen Nürnberger Auswärtssieg gibt es etwa 3,00 bis 3,22, das Unentschieden liegt bei rund 3,60 bis 3,80.
Gerade die hohe Remisquote macht dieses Duell für uns interessant. Denn sowohl St. Paulis enorme Widerstandsfähigkeit als auch Nürnbergs offensive Qualität sprechen für eine enge Partie.
Wett-Tipp und Prognose: Am Millerntor werden wieder die Punkte geteilt!
Sechs Unentschieden in neun Spielen! An dieser außergewöhnlichen St.-Pauli-Bilanz kommen wir bei unserer Prognose nicht vorbei.
Die Hamburger sind defensiv stabil, besitzen den Heimvorteil und haben gegen Nürnberg zuletzt regelmäßig gepunktet. Gleichzeitig hat der Club trotz seiner ersten Saisonniederlage gezeigt, dass er spielerisch weiterhin auf hohem Niveau agiert.
Der Zoma-Ausfall und die zusätzliche Pokalbelastung könnten aber entscheidende Prozentpunkte kosten.
Deshalb erwarten wir ein enges Traditionsduell ohne klaren Sieger.
- Unser Wett-Tipp: Unentschieden (X)
- Empfohlene Quote: ca. 3,80
Natürlich ist eine Remiswette riskant. Sechs Unentschieden aus neun Spielen sind keine Garantie für das nächste, zumal Nürnberg genügend Offensivqualität besitzt, um auch am Millerntor zu gewinnen.
Doch die Konstellation passt: St. Pauli verliert kaum, gewinnt aber selten. Nürnberg reist nach dem ersten Rückschlag und ohne seinen wichtigsten Angreifer an.
Unsere Ergebnisprognose: 1:1! Beide Teams könnten mit einem Punkt leben müssen. Für St. Pauli wäre es bereits die siebte Punkteteilung der Saison!


